Unterwegs in Polen – „Feierwerki“ und Eurojam

Pfadfinden ist international!

Die Pfadfinder*innenbewegung ist die größte Jugendorganisation der Welt und hat ca. 25 Millionen Mitglieder in über 160 nationalen Pfadfinder*innenorganisationen.
Da ist es doch selbstverständlich, dass sich Pfadfinder*innen auf internationalen Lagern oder Begegnungen treffen wollen.
Hier erzählt Verena Kunberger von der deutsch-polnischen Silvesterfreiezit „Feierwerki“.

Zum ersten Mal fand diese Veranstaltung in der hohen Tatra statt.

Für 26 Teilnehmer*innen von DPSG, VCP und dem polnischen ZHP ging es am 27.12.2017 los.
Interessant waren die Unterschiede der verschiedenen Verbände.
Diese haben wir bei zwei Lagerfeuerabenden, einem polnischen und einem deutschen, auch aktiv erlebt. Ein polnisches Lagerfeuer ist eher zeremoniell und hat eine bestimmte Abfolge an Liedern oder Singspielen. Es ist auch sehr wichtig, dass am Anfang jemand bestimmt wird, der für das Feuer verantwortlich ist. Es ist etwas Besonderes, dafür ausgewählt zu werden und auch niemand sonst darf Holz nachlegen.
Beim deutschen Lagerfeuer ist das ziemlich egal, auch folgt die Liedauswahl keiner strikten Reihenfolge. Zu einem besonderen Lagerfeuerabend nach deutschen Traditionen gehört natürlich auch Tschai, aber wie bei Liedgut oder Lagerfeuerritualen hat da jeder Stamm sein eigenes Rezept und seine eigene Vorgehensweise.

Das Programm war sehr vielfältig, beispielsweise wurden in einem Planspiel globale Probleme behandelt und Nachhaltigkeit und fairer Handel besprochen, wir waren in der tollen Winterlandschaft der Tatra wandern und besuchten die Therme.

Es wurden auch wichtige Themen wie kulturelle Unterschiede und Probleme, die bei internationalen Begegnungen auftreten können, besprochen. Oft kommt es da zu Missverständnissen bei der Kommunikation, weil man sich anders ausdrückt oder die Körpersprache und Mimik sich unterscheidet. Manchmal ist es auch unsere Erziehung und Kultur, die uns die neutrale Sicht auf andere Kulturen erschwert. Es ist nicht immer leicht, das im Hinterkopf zu behalten, wenn man auf Menschen aus anderen Ländern trifft. Aber wenn wir unsere Vorurteile immer wieder hinterfragen und uns aufeinander einlassen, kann eine tolle Gemeinschaft entstehen.

Und man lernt mit der Zeit so viel Cooles und Neues kennen, dass sich die Selbstkontrolle wirklich lohnt.

Den Abschluss bildete die Silvesterfeier am letzten Abend. Bei leckerem polnischen Essen, Musik und Tanz war es schnell Mitternacht. An der selbst gebauten Schneebar und bei großem Lagerfeuer wurde der Beginn des neuen Jahres gefeiert.

Eine weitere Gelegenheit Polen zu entdecken ist das European Jamboree 2020 „Eurojam“
27. Juli bis 7. August in Danzig, Polen

Der polnische Pfadfinder*innenverband hatte sich eigentlich für das Jamboree 2023 beworben. Auf der WOSM-Weltkonferenz 2017 in Aserbaidschan konnte sich die Bewerbung allerdings nicht gegen die des koreanischen Verbandes durchsetzen.
Durch die Unterstützung von fast 30 europäischen Verbänden und des Europa-Komitees von WOSM entschloss sich der polnische Verband, das erste Mal seit 2005, wieder ein Eurojam zu veranstalten.

Insgesamt haben erst 2 Eurojams stattgefunden. Eins in den Niederlanden, eins in England.