Unverpackt mampfen – ein Praxistest

Patrick Ott hat das unverpackt kochen ausprobiert.

Autor: Maximilian Randelshofer, VCP Bayern – erschienen in der KIM II 2019

Die Idee entstand eher spontan. Aufgrund der neuen KIM-Titelserie „Um-welt, Un-welt“ kam ich auf Patrick zu und meinte: „Hey, willst du auf dem Mampfen & Klampfen nicht unverpackt kochen ausprobieren?“ Patrick zögerte sich nicht. Das Mampfen & Klampfen ist das Wochenende im Frühjahr für Ranger/Rover und junge Erwachsene. Das Projekt „Unverpackt mampfen“ konnte also starten.

Das Ziel, dass sich Patrick, der schon auf einigen Lagern und Kursen gekocht hat, war ambitioniert. Er wollte ohne ein einziges Stück Plastik auskommen. 15 Personen hatten sich für die Maßnahme angemeldet. Eine gute Größe, um dieses durchaus planungsintensive Projekt durchzuführen.

Beim Unverpackt-Laden „NurINPur“ kauften wir den Großteil der Lebensmittel, die am Wochenende verkocht werden sollten. Der Ablauf ist relativ einfach. Die selbst mitgebrachten Gefäße werden abgewogen und dann beginnt man, Stück für Stück seine Lebensmittel in diese Gefäße zu füllen. Nudeln, Müsli, Spülmittel, Gemüse, Gewürze, Kaffee usw.

Am Ende kam eine stattliche Menge an gefüllten Gefäßen zusammen. Wurst wurde beim Metzger gekauft.

Auf dem Mampfen & Klampfen gab es dann eine Nudelgemüsepfanne und am Samstag-Abend wurde gegrillt. Einfache Gerichte. Aber Patrick verweist, darauf dass es beim Kochen selbst keinen Unterschied zu normal gekauften Lebensmitteln gibt. Wichtig ist laut ihm: „Dass man sich ganz bewusst mit dem Thema unverpackt kochen beschäftigt.“ Denn der Planungsaufwand ist höher, als bei der normalen Beschaffung von Lebensmitteln. „Beim örtlich ansässigen Lebensmittelladen mal schnell was einzukaufen, was man vergessen hat, ist dann Tabu“, stellt Patrick klar. Ebenfalls sind die Kosten wesentlich höher als beim gewöhnlichen Einkauf im Supermarkt. In diesem Fall auch aufgrund des gekauften Grillfleisches.

Wer einen Unverpackt-Laden in der Nähe hat, sollte vor einer Maßnahme anrufen und nachfragen welche Lebensmittel dort verfügbar sind. Die Läden können größere Mengen auch bestellen und kommissionieren diese auch bei Bedarf.

Am eigenen Ziel, kein Stück Kunststoff zu benötigen ist Patrick gescheitert. Denn beim Kauf des aufgeschnittenen Käses hielt es die Verkäuferin für notwendig, zwischen jede Scheibe ein kleines Stück Plastikfolie zu legen.

Grundsätzlich sollte sich jeder, der überlegt unverpackt kochen sich auch darüber klar sein, was der genaue Anspruch an den Einkauf ist. Heißt unverpackt auch auf Glas zu verzichten? „Auf Glas zu verzichten ist grundsätzlich möglich, aber nochmal mit einem größeren Aufwand verbunden“, meint Patrick dazu. Denn beim Mampfen & Klampfen wurden auch Lebensmittel in Glas verpackt gekauft.

Patrick setzt ein positives Fazit nachdem Projekt „Unverpackt mampfen.“ Er könne sich vorstellen, wieder verpackungsarm zu kochen. Er hält allerdings einen guten Mittelweg für sinnvoll. Spontanität sollte erlaubt sein, das Ziel sollte aber vorrangig das einsparen von Verpackung sein. Besonders bei Lebensmitteln, die man zuhause meistens umfüllt wie Kaffee, Nudeln, Reis oder Müsli sind hervorragend für eine unverpackte Beschaffung sinnvoll. Sinnvoll ist natürlich auch, wenn die Gefäße auch dauerhaft verwendet werden. Beim Einkaufen für Maßnahmen sollten natürlich auch die Themen Lokalität, Regionalität und Bio eine Rolle spielen.

Wer den Anspruch an das Projekt vorher klärt, gut und sorgfältig plant und auch einen höheren finanziellen Aufwand mitberücksichtigt, der sollte sich ans unverpackt kochen ran wagen.

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