Virusalarm

von Rebecca Haugwitz

Infiziert mit dem Pfadi-Virus sind wir natürlich alle. Doch was können wir tun, wenn auf einem Lager oder während einer Fahrt tatsächlich jemand ernsthaft krank wird? Vor einigen Jahren brach auf einem Lager, bei dem ich zu Gast war, ein Magen-Darm-Virus aus. Innerhalb eines halben Tages lag plötzlich der halbe Stamm flach und es mussten Dixis abgesperrt werden, die nur für unsere Kranken reserviert waren. Nach drei Tagen war alles wieder überstanden, niemand musste nach Hause fahren. Da hatten wir wirklich Glück, es gab
nämlich auch schon Berichte über abgebrochene Aktionen, auf denen der Norovirus ausgebrochen sein soll. Mit so etwas ist wahrlich nicht zu spaßen! Doch zurück zu der eingangs gestellten Frage: Was kann getan werden, wenn ein Virus Alarm schlägt?

Seid ihr auf einem größeren Landeslager oder auf einem Bundeslager, dann ist die Antwort recht einfach: Geht zum Lagerkrankenhaus. Dort werdet ihr von gut ausgebildeten Menschen in Empfang genommen, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Seid ihr jedoch gerade auf Fahrt unterwegs oder nur auf einem kleinen Lager ohne Ärzte*Ärztinnen in der Nähe, wird es schon etwas kniffliger. Da lohnt zunächst ein Blick auf den Gesundheits­bogen. Können die Symptome vielleicht von etwas anderem als einer Krankheit herrühren? Intoleranzen und Unverträglichkeiten können zum Beispiel auch zu Übelkeit und anderen Magen-Darm-Leiden führen.

Habt ihr das ausgeschlossen, könnt ihr einen Ratgeber hinzuziehen. Eventuell steht dort etwas Hilfreiches. Unter „Für euch gelesen“ findet ihr eine e­ntsprechende Buchempfehlung, denn was könnte besser helfen, als ein Buch von einem Pfadfinder?

Hilft auch das nicht und ihr könnt eurem*eurer Patient*in immer noch nicht helfen, dann solltet ihr die Eltern kontaktieren und mit ihnen das weitere Vorgehen besprechen.

Achtung! Schätzt ihr die Situation so ein, dass wirklich akut Hilfe benötigt wird, dann zögert nicht, den Krankenwagen zu rufen! Recherchiert am besten bevor ihr zu eurem Abenteuer aufbrecht, wo das nächste Krankenhaus liegt, um dort direkt anrufen zu können. Eventuell kann euch dann auch schon via Telefon geholfen werden.

Für kleinere Wehwehchen schaut gerne in unten verlinkten Blog-Beitrag. Dort haben wir vergangenen Sommer eine Liste mit allerlei nütz­lichen Wildpflanzen veröffentlicht, in denen verborgene Heilkräfte ­schlummern.

45 Underdogs und Superheld*innen – nutzbare Wildpflanzen

Nützliches Wissen: Infekte können bakteriell oder durch Viren verursacht werden. Bakterielle Infekte gehen oft mit Fieber, nicht wesentlicher Besserung und einer Dauer von fünf bis 14 Tagen einher. Viren-Infekte dauern hingegen meist drei bis zehn Tage an, die Symptome bessern sich von Tag zu Tag und man hat höchstens eine erhöhte Körpertemperatur.