Warum ist wählen wichtig?

Ein Kommentar von Mark Böing

Warum ist der Gang zur Wahlurne so wichtig? Das ist eine spannende Frage, über die sich Politikwissenschaftler*innen immerzu den Kopf zerbrechen. Zuerst einmal ist die Möglichkeit eine eigenständige Entscheidung zu treffen ein Privileg, welche in Deutschland noch nicht lange vorherrscht, besonders für Frauen nicht. Lange Zeit musste darum gekämpft werden in Deutschland politische Entscheidungen treffen zu können. Am 30. November 1918 trat das Recht für Frauen wählen zu gehen in Kraft. Somit hatten sie das aktive (Recht zu wählen) und passive (Recht sich wählen zu lassen) Wahlrecht inne. Wenn wir uns mal in der Welt umschauen, ist dieses Privileg bei Weitem kein Standard, auch wenn wir es uns sehr wünschen. In vielen anderen Ländern, wie Belarus haben die Menschen keine Möglichkeit frei zu wählen, da die Wahlen dort nicht unabhängig ablaufen. 

(Mehr Informationen zum Belarus Konflikt findest du zum Beispiel hier: https://www.youtube.com/watch?v=850IcWQkV8o) 

Eben aus diesem Punkt erwächst aber auch, meiner Meinung nach, eine zweite wichtige Tatsache. Demokratie bedeutet sich jeden Tag einzubringen, um etwas zu verändern, nämlich die Welt ein bisschen besser zu hinterlassen als man sie vorgefunden hat. Denn wenn wir unsere Freiheiten erhalten wollen, sprich unsere Demokratie, ist es nicht nur unsere Aufgabe, sondern, dass mindeste das man tun kann. Es heißt, dass man Verantwortung übernimmt und sich um die Zukunft Gedanken macht. 

Aber mal abgesehen von moralischen Verpflichtungen, jede nicht abgegebene Stimme stärkt die Kräfte am Rand und sorgt letztlich dafür das meine eigene Stimme, meine Präferenzen, meine Vorstellungen nicht gesehen oder erhört werden. Viele denken, wenn Sie aus Protest gar nicht zur Wahl gingen, würden sie den da oben einen Denkzettel verpassen, aber dies ist ein Trugschluss. Nicht abgegebene Stimmen fallen nicht ins Gewicht. Eine Alternative könnte es zwar sein, einen ungültigen Stimmzettel abzugeben, da ebendieser in die Wahlbeteiligung einflißt. Aber noch viel besser wäre es, sich mit dem Wahl-O_Mat oder mit zum Beispiel kleineren Parteien auseinanderzusetzen um zu schauen, ob es vielleicht doch Wahlprogramme gibt, die sich deinen Forderungen an die Politik annehmen. (Den Wahl-O Mat (verfügbar ab dem 2. September) sowie weitere Informationen zur Bundestagswahl findest du hier: https://www.bundestagswahl-2021.de/parteien/ ; https://www.bpb.de/politik/wahlen/wahl-o-mat/) 

Falls du noch nicht wählen darfst, schau dir doch mal die U18 Wahl an. Auf https://www.u18.org/start kannst du jetzt schon schauen wie du dich beim Thema Wahlen einbringen kannst.  

Euer Wahllokal zur U18-Wahl

Zum Abschluss möchte ich es mit den Worten einer Künstlerin namens Barbara sagen: „SEX? Da ich nun deine Aufmerksamkeit habe: Am 26.September ist Bundestagswahl. Bitte geh wählen, denn das ist wie Zähneputzen. Macht man´s nicht, wird´s braun.“