Was wir aus der Geschichte gelernt haben

von Lena Simosek

Die Bilder aus Chemnitz oder Köthen wecken Emotionen. Wut, Angst, Trauer, Hilflosigkeit. Menschen werden gejagt, körperlich und verbal angegriffen, der Tod eines Menschen wird instrumentalisiert.

Während wir uns die Frage stellen, wie politisch unser Verband ist oder sein sollte, geschieht ein Wandel in der Politlandschaft in Deutschland, Europa und der Welt. In der Mitte unserer Gesellschaft etablieren sich still und leise menschenfeindliche Weltanschauungen und trügerische Freiheitskämpfer des Volkes finden Gehör. Neue Wahrheiten, Verschwörungstheorien, Fake News und Hass verbreitet sich – vor allem im Internet. Aufklärung ist durch die Ablehnung der „Mainstream-Medien“ kaum noch möglich.

Viele Menschen fühlen sich abgehängt, belogen und missverstanden.

In einem Interview mit dem Holocaustüberlebenden Sally Perel¹ zieht dieser Parallelen zwischen dem Rechtsruck heute und wie er damals in der Weimarer Republik stattgefunden hat: „Das hat ja damals auch so angefangen. Eine kleine Gruppe, die ersten Wahlen, die kriegen ein paar Prozent und dann wurde es immer mehr. Jetzt hat die AfD auch hier 13 Prozent. Und wenn ich sehe, was in Chemnitz geschieht, da muss man fragen: Deutschland, wohin geht das? Das hat dasselbe Potential. Dieses völkische Denken – damals waren es die Juden, heute geht es gegen alles, was nicht “deutsch” ist. […] Und wohin führte das? Deutschland lag in Trümmern.“

Auf unserer Demokratie liegen Schatten.
Ein ungenügend ausgebildeter Sinn für Pluralität, schwache Konfliktfähigkeit und ungenügende Achtung von Minderheiten verknüpft mit hohen Erwartungen an staatliche Leitungen schwächen das Vertrauen in das System der Demokratie.

Wir brauchen Mut.

Wie Frank-Walter Steinmeier in seiner ersten Rede als Bundespräsident² sagte: „Wir brauchen den Mut zu sagen was ist, auch was nicht ist. Wir müssen den Anspruch Fakt und Lüge zu unterscheiden an uns selbst stellen. Das Vertrauen in die eigene Urteilskraft, das ist das stolze Privileg eines jeden Bürgers und sie ist Voraussetzung für jede Demokratie. Wir brauchen den Mut einander zuzuhören, die Bereitschaft das eigene Interesse nicht absolut zu setzen, das Ringen um Lösungen in einer Demokratie nicht als Schwäche zu empfinden, die Realität nicht zu leugnen, sondern sie verbessern zu wollen und wir brauchen den Mut zu bewahren was wir haben – Freiheit und Demokratie in einem vereinten Europa.“

Wir müssen den Mut haben für unsere Werte einzustehen und diese zu verteidigen. Wir müssen uns auseinandersetzen mit den Ängsten und Zweifeln, die in unserer Gesellschaft existieren und wir dürfen unsere Vergangenheit nicht vergessen.

Pfadfinder*innen sind aktiv!

Pfadfinder*innen stehen für Vielfalt, Toleranz, Freiheit und Solidarität. Im VCP haben wir mit der Kampagne „Auf die Plätze gegen Hetze!“ ein Zeichen gegen Rechtspopulismus und Rechtsextremismus gesetzt. Die Erziehung zum Frieden, zum Zusammenleben in Ruhe und Sicherheit, ist unser wichtigster pädagogischer Auftrag. Wir leben Demokratie.
Macht also weiter so, werdet laut, steht füreinander ein und passt aufeinander auf.

Was wir aus der Geschichte gelernt haben: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ (Artikel 1, GG)

¹„Es fängt wieder an“ veröffentlicht auf spiegel.de am 16.09.2018

² 12.02.2017 Wahl des 12. Bundespräsidenten

 

Poster “Schwarze Zelte”

Illustration: Linda Dalitz

ob für den Gruppenraum, das eigene Zimmer oder die WG-Küche, den Schaukasten oder die nächste Aktion – es zeigt wofür Pfadfinder*innen stehen!

Einfach herunterladen und ausdrucken:

Poster SchwarzeZelte Hochformat A4

Poster Schwarze Zelte Hochformat A3

Poster Schwarze Zelte Hochformat A2

Poster Schwarze Zelte Querformat A4

Poster Schwarze Zelte Querformat A3

Poster Schwarze Zelte Querformat A2

 

#unteilbar Für eine offene und freie Gesellschaft – Solidarität statt Ausgrenzung!