Wenn es wieder hell wird

von Sören Bröcker

Viele Menschen fürchten sich in der dunklen Jahreszeit und warten fiebernd darauf, dass ab der Wintersonnenwende am 21. Dezember die Tage wieder länger werden. Drei Tage vor dem Weihnachtsfest ist also der kürzeste Tag und gleichzeitig die längste Nacht im ganzen Jahr. Anschließend wandert die Sonne weiter und dreht sich auf der Nordhalbkugel langsam wieder der Sonne zu, was bedeutet, dass die Tage allmählich wieder länger werden.

In der aktuellen Zeit scheint die Welt auch menschlich oft so dunkel, so gemein und so schlecht. Gerade da ist der genaue Blick, die unberechenbare Denke von uns Pfadis so wohltuend. Wir bauen Brücken. Wir bringen Lachen und Licht. Der Charme der Pfadfinderei ist unwiderstehlich. Voller Wärme und einfach besonders. Wie wohltuend…

Die schönste Stunde des Tages ist jene vor Sonnenaufgang. Früher, als ich noch ein junger Pfadi war, bin ich immer mit meiner Gruppenleiterin durch die Singerunden auf dem Landespfingstlager getingelt. Jedes Mal schlief ich bei ihr auf dem Schoß ein und jedes Mal kamen wir häufig erst wieder im eigenen Zelt an, als die Dämmerung einsetzte. Alles wirkte ganz magisch in dieser Stunde.

Alle, die in dieser dunklen Jahreszeit die Sehnsucht nach der Helligkeit, sowohl meteorologisch, als auch gesellschaftlich plagt: Stellt euch einen Wecker am Wochenende und erlebt diese Stunde vor Sonnenaufgang als eine ganz besondere nur für euch. Ganz friedlich und ganz ruhig.

Jede Minute, der wir unseren eigenen Zauber schenken, lässt es heller in der ganzen Welt werden. Gerade zur Weihnachtszeit beginnt für uns die Zeit, in der es nach einem ereignisreichen Pfadijahr 2018 wieder etwas ruhiger wird. Wir finden bei Lebkuchen, Plätzchen und Weihnachtsmusik etwas Zeit zum Nachdenken und zur Besinnung. Hierzu trägt auch das Friedenslicht bei, das in der dunklen Jahreszeit den Menschen fern und nah ein wenig mehr Helligkeit schenkt.

So seid auch ihr ein Licht dieser Welt und seid mutig, wenn es wieder einmal dunkel um euch wird.