Werdet Lebensretter – auf dem Bundeslager

Auf unserem Bundeslager kann man sich am 12. und 13. August typisieren lassen. Was das bedeutet und warum das wichtig ist, erzählt Ralf G. Schröder, Pfadfinder beim BdP und als „Duden“ bekannt.

Bei „Duden“ ist der Name Programm. Er weiß sehr viel und kann auch über das Thema Knochenmark- und Stammzellspende referieren – und wie man damit das Leben von Leukämiekranken retten kann. Denn er ist seit 2009 typisiert und hat 2013 Stammzellen gespendet. Jetzt unterstützt er den Aufruf, sich bei „Volldampf 2014“ typisieren zu lassen und so in das Team der Lebensretter bei der Stefan-Morsch-Stiftung einzutragen. „Ich kann es nur empfehlen. Ein Fingerhut voll Blut genügt.“

Was ist eine Typisierung?

Und was passiert bei einer Stammzellspende? „Duden“ will Ängste und Vorurteile abbauen und berichtet über seine Erfahrungen.

anp1402_stefan-morsch-stiftung_SchröderRalfX28052013Alles begann beim BdP-Bundeslager 2009 in Buhlenberg bei Birkenfeld – in der Nähe der Stefan-Morsch-Stiftung. Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei ist täglich in ganz Deutschland unterwegs, um Menschen über diese Form der Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke aufzuklären. Gesucht werden junge, gesunde Menschen, die sich einen Fingerhut voll Blut abnehmen lassen, um sich in der Datei registrieren zu lassen. Denn im Ernstfall kann man so einem Leukämiepatienten, der die gleichen genetischen Merkmale hat, vielleicht das Leben retten. „Duden“ ließ sich damals typisieren. Statistisch gesehen wird nur 1 Prozent der registrierten Spender jemals als Stammzellspender ausgewählt.
„Duden“ war überrascht, als die Stefan-Morsch-Stiftung ihn 2013 kontaktierte. Die Stammzellspenderdatei fragte ihn an, ob er bereit sei, seinem genetischen Zwilling die Chance zu geben, geheilt zu werden. Er war bereit. Seine Spendergeschichte ging 2013 im Frühjahr weiter, denn da begann für Ralf G. Schröder die Vorbereitungsphase. Leukämie ist eine bösartige Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die ihren Ausgang im Knochenmark nimmt, wo sämtliche Blutzellen des Menschen im Körper gebildet werden. Diese Stammzellen befinden sich im Knochenmark.

Exakte Koordination ist nötig

Damit die Entnahme stattfinden kann, ist ein koordinatorischer Drahtseilakt nötig: Die Mitarbeiterinnen der Stefan-Morsch-Stiftung müssen mit der Transplantationsklinik des Patienten und dem Spender einen genauen Zeitplan abstimmen. Denn der Patient, der dringend auf die Stammzelltransplantation angewiesen ist, muss zum exakt vorbestimmten Zeitpunkt diese Transplantation bekommen. Entscheidend ist dabei auch, dass sein Gesundheitszustand die Übertragung der Stammzellen erlaubt. Deshalb gibt es manchmal sehr kurzfristige Terminverschiebungen, auf die sich dann der Spender einstellen muss – auch „Duden“ hat das erlebt. Denn der Patient wird parallel zum Spender auf die Stammzellen-Übertragung vorbereitet. Sein Immunsystem wird komplett heruntergefahren – durch Bestrahlung oder/und Chemotherapie. Eine Therapiephase, die sehr belastend ist. Wenn der Patient sich jetzt mit einem Virus infiziert oder es aus irgendeinem Grund mit der Stammzell-Spende nicht klappt, ist sein Leben massiv gefährdet.

Dann kommt es zu Entnahme der Stammzellen: Heute sind zwei Varianten möglich: Bei der klassischen Methode der Knochenmark-Entnahme entnehmen Mediziner etwa 0,8 bis 1,5 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch aus dem Beckenknochen des Spenders – niemals aus dem Rückenmark. Dieser Eingriff dauert zirka eine Stunde. Die zweite Methode ist die Entnahme peripherer Blutstammzellen aus dem Blut – ähnlich wie bei einer Plasmaspende oder Dialyse. Dazu wird dem Spender vorher ein körpereigener Botenstoff verabreicht, der die Stammzellen aus dem Knochenmark in das Blut übergehen lässt. Dieser Botenstoff löst beim Spender im Vorfeld oft grippeähnliche Symptome – wie Kopf- und Gliederschmerzen aus, die nach der Entnahme wieder verschwinden. „Duden“ sagt dazu: „Ich kann nur jedem empfehlen, sich typisieren zu lassen. Informiert euch über die Bula-Homepage www.volldampf2014.de oder direkt bei der Stefan-Morsch-Stiftung www.stefan-morsch-stiftung.de und krempelt am 12. und 13. August die Ärmel hoch und lasst euch typisieren. Ich weiß heute, dass es richtig war, einem Menschen die Hoffnung zu geben.“

Links

Links:
Typisierungsaktion der Stefan-Morsch-Stiftung auf dem Bundeslager

Es ist uns wichtig, dass sich jeder vorab gut informiert. Im folgenden findet ihr daher umfassende Informationen zur Typisierungsaktion:

Informationen für Teilnehmende und Eltern

Informationen für Stammes- und Gruppenleitungen

Homepage der Stefan-Morsch-Stiftung