Wie aktuell ist die Verpflichtung gegenüber Gott für Pfadfinderinnen und Pfadfinderinnen heute?

Ein Bericht vom 5. World Scout Interreligious Symposium in New York von Esther Koch

Unter dem Titel „Duty to God – Duty to Scouting“ trafen sich vom 27. bis 29. Januar 2017 in New York rund 140 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus der ganzen Welt zum 5. World Scout Interreligious Symposium.

Ziel des Symposiums war es, Ideen für Angebote und Maßnahmen zu entwickeln, die Pfadfinderinnen und Pfadfinder die Verpflichtung gegenüber Gott als einen besonderen Wert im Pfadfinden verstehen lässt und sie dabei unterstützt, in ihren Verbänden spirituelle und religiöse Angebote machen zu können.

Ist „Duty to God“ 2017 noch aktuell?

So diskutierten die Pfadfinderinnen und Pfadfinder an den drei Tagen engagiert zu „Duty to God“: Wie wird es in den verschiedenen Ländern verstanden? Welchen Wert hat diese Verpflichtung in den unterschiedlichen Verbänden? Ist eine Verpflichtung gegenüber Gott in einer zunehmenden säkularisierten Welt noch zeitgemäß? Muss sie vielleicht angepasst werden? Wie kann sie formuliert werden, dass sie Kinder und Jugendliche heute noch erreicht? Ist der Glauben an einen bestimmten Gott notwendig, um die Verpflichtung gegenüber Gott einzugehen?

Unter den Diskutanten waren auch drei Vertreterinnen und Vertreter des VCPs: Annette von Stockhausen, Fachgruppe Christliches und Vorsitzende des Council of Protestants in Guiding and Scouting (CPGS), Stefan Aderhold, Fachgruppe Christliches und Esther Koch, Bildungsreferentin in der VCP-Bundeszentrale.

Annette von Stockhausen war außerdem Mitglied in der Vorbereitungsgruppe zum Symposium und moderierte einen Workshop zum Thema „Seeing ‚the other‘ – Acknowedging that ‚we are all Scouts'“.

Gemeinsam für den Frieden

Ausgerichtet wurde das Symposium von KAICIID, King Abdullah International Center for Interreligious and Intercultural Dialogue, WOSM, the World Scout Executive of Scout Movement und den BSA, Boyscouts of America.

KAICIID ist eine staatenübergreifende Organisation, gegründet von Österreich, Saudi Arabien und Spanien, die Leitungspersönlichkeiten aus Religion und Politik zusammenbringt und sie dabei unterstützt, im Dialog miteinander Lösungen für Konflikte zu finden sowie gegenseitige Verständigung und Kooperation zu fördern. KAICCID geht dabei davon aus, dass Religionen einen wichtigen Beitrag zum Frieden leisten können.

Zusammen mit WOSM (World Organization of the Scout Movement) arbeiten sie derzeit an einem Dialogprogramm für Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Das Ziel dabei ist, dass Kinder und Jugendliche vorurteilsfrei und respektvoll anderen Menschen unabhängig ihres Glaubens, Sprache und Herkunft begegnen und mit ihnen einen konstruktiven, gleichberechtigten und vorurteilsfreien Dialog führen können. Denn auf andere zugehen können und dabei das eigene Weltbild mit Vorurteilen und Ängsten hinterfragen und schließlich sogar korrigieren zu können, das ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einer besseren und friedlicheren Welt.

Die Ergebnisse des Symposiums werden in die Weiterentwicklung des Dialogprogrammes von WOSM einfließen.