Wie geht Frieden?

von Manja Pietzcker, VCP Sachsen

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein (**)

Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten ein Weib zu ihm, im Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte dar und sprachen zu ihm: Meister, dies Weib ist ergriffen auf frischer Tat im Ehebruch. Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche zu steinigen; was sagst du? Das sprachen sie aber, ihn zu versuchen, auf dass sie eine Sache wider ihn hätten. Aber Jesus bückte sich nieder und schrieb mit dem Finger auf die Erde. Als sie nun anhielten, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie. Und bückte sich wieder nieder und schrieb auf die Erde. Da sie aber das hörten, gingen sie hinaus (von ihrem Gewissen überführt), einer nach dem andern, von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus ward gelassen allein und das Weib in der Mitte stehend.

Jesus aber richtete sich auf; und da er niemand sah denn das Weib, sprach er zu ihr: Weib, wo sind sie, deine Verkläger? Hat dich niemand verdammt? Sie aber sprach: HERR, niemand. Jesus aber sprach: So verdamme ich dich auch nicht; gehe hin und sündige hinfort nicht mehr!

Lukas 8, 3 – 11

Unfrieden und Krieg beginnen schon im Kleinen oft da, wo jeder der Meinung ist, er habe mehr Recht als der andere. Dabei gibt es immer sehr viele verschiedene Sichtweisen auf eine Situation. Leider sehen die Menschen nur den eigenen Vorteil und ihren eigenen Maßstab – und verurteilen den anderen.

Jesus beschützte einmal eine Ehebrecherin – ohne Frage hat sie etwas falsch gemacht.

Aber wer darf über sie urteilen – wer darf entscheiden?

Jesus zeigt der aufgebrachten Menge, die die Frau am liebsten steinigen will, dass auch sie Fehler machen oder gemacht haben. Beschämt gehen sie weg, denn keiner kann behaupten, nie Fehler zu machen.

Fehler gehören zum Leben dazu – genau wie unterschiedliche Meinungen, die wir gegenseitig falsch finden mögen.

Nur, wenn wir versuchen, uns in den anderen hineinzuversetzen, können wir friedlich bleiben und Frieden leben.

Frieden gibt es nicht in Einheitsfarbe, in der alle einer (möglichst meiner?) Meinung sind. Sondern nur, wenn verschiedene, bunte Meinungen auch nebeneinanderstehen dürfen, nur wenn alle einander zu hören, kann Frieden gelingen. Und Zuhören gelingt besser, wenn sich jeder an die eigene Nase fasst: Wer ist ohne Sünde, wer ist ohne Fehler, wer irrt sich nie?!