Wie können wir gut miteinander umgehen?

von Tim Gelhaar, Kassel

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Sich nicht in Ruhe umziehen können, von anderen angefasst werden, ob man will oder nicht, Spiele mitmachen müssen, die einem unangenehm sind … das fühlt sich nicht gut an, das ist gemein.

Jede und jeder kennt solche und ähnliche Situationen. Sie passieren immer wieder im Alltag, auf Fahrt und Lager oder in der Gruppenstunde. Oft sehen wir darüber hinweg. Aber schöner wäre es, wir würden so miteinander umgehen, dass es erst gar nicht dazu kommt.

Wir wünschen uns, im VCP so sein zu dürfen, wie wir sind. Wir wünschen uns, dass man uns und unsere Grenzen ernst nimmt. Wenn ich Nein sage, sollen andere das respektieren. Es geht dabei nicht um das Nein zum Küchendienst: Gemeinschaft funktioniert nur, wenn alle mitanfassen und füreinander da sind, das ist klar. Es geht um das Nein, wenn persönliche Grenzen verletzt werden, wenn andere über mich bestimmen wollen, mich nicht so sein lassen, wie ich es will. Studien zeigen: Wo Grenzen immer wieder missachtet werden, können leicht auch massivere Übergriffe stattfinden. Manchmal genügt ein bisschen Rücksicht: Wer schlafen will, soll dies ungestört tun dürfen, wer keine Lust auf Schwimmen hat, muss auch nicht dabei sein.

In anderen Fällen bedarf es vielleicht zusätzlicher Absprachen und Regelungen: Schlafzelte sind grundsätzlich nur für die, die darin wohnen, könnte so eine solche Regel sein. Oder: Duschen und Waschräume sind tabu für Spiele. Oder: Der Austausch von Intimitäten gehört nicht in die Öffentlichkeit der Gruppe. Am besten vereinbart man die Regeln gemeinsam.

Wir haben ein klares Statement zum Schutz von Kindern und Jugendlichen im VCP: 2010 beschloss die Bundesversammlung die Selbstverpflichtung zur Prävention sexualisierter Gewalt. Sie ist inzwischen selbstverständlicher Bestandteil von Schulung und Ausbildung. Alle Leiterinnen und Leiter sollen sich mit der Selbstverpflichtung auseinander setzen und sich mit einer Unterschrift verbindlich dazu bekennen. Hier geht es zur Selbstverpflichtung. Zum Bundeslager im vergangenen Sommer wurde auch ein Leitfaden für die Rechte auf Fahrt und Lager herausgegeben. Dazu gehört beispielsweise das Recht auf Ruhe und Erholung genauso wie das Recht auf Mitbestimmung oder Gewaltfreiheit. Neugierig?

Im Materialdienst können die folgenden Materialien kostenlos heruntergeladen bzw. als Papierversion bestellt werden.

VCP-Themenseiten: Prävention sexualisierter Gewalt

Wir stellen euch hier einige Materialien vor. Sie könnt ihr die schwierige Thematik Grenzverletzungen und Prävention sexualisierter Gewalt in Gruppenstunden, Leitungsrunden oder auf Schulungen einfacher bearbeiten.


Deine Rechte auf Fahrt und Lager

poster_praeventionPfadfinderinnen und Pfadfinder sind oft gemeinsam auf Fahrt und Lager. Jede und jeder hat Rechte und es wichtig, dass sie allen bekannt sind. So können diese Rechte eingefordert werden und verbessern das Zusammenleben. Dieses Plakat eignet sich zum Beispiel gut zum Aufhängen im Gruppenraum.

 

Notfallkarte

Nofallkarte_VCP-VersionAuf dieser Notfallkarte sollen alle Ansprechpersonen für den Krisenfall notiert sein. Füllt sie für euren Stamm aus – z.B. in der Leitungsrunde und steckt sie in die Brusttasche oder in den Geldbeutel.

 

 

Die Handreichung

achtsam & aktiv im VCP WEBDie Handreichung bietet viele Informationen rund um das Thema Prävention sexualisierter Gewalt. Der VCP bietet keinen Platz für grenzverletzendes Verhalten. Die Handreichung thematisiert den richtigen Umgang mit den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen, sie dient als Hilfestellung für jedes VCP-Mitglied in Leitungspositionen.

 

Ganz neu: die Filmclips

Es gibt Situationen beim Pfadfinden, die den meisten normal erscheinen, für Einzelne aber persönliche Grenzverletzungen sind. Einige solcher Situationen auf Lagern, Fahrten oder in Gruppenstunden werden in kurzen Filmclips dargestellt. Sie sollen dafür genutzt werden, das Thema Achtsamkeit in Gruppenstunden und Schulungen zu thematisieren. Sie werden voraussichtlich ab Juni zum Download zur Verfügung stehen.