Wir schicken ein Schiff

von Patrick Franz

United4Rescue ist ein breites Bündnis zur Unterstützung der zivilen ­ Seenotrettung. Es verbindet alle gesellschaftlichen Organisationen und Gruppen, die dem tausendfachen Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen wollen. Durch Spendenaktionen unterstützt das Bündnis Rettungsorganisationen, die dort humanitär handeln, wo die Politik versagt. Einer der Bündnispartner und Initiatoren ist die Evangelische Kirche in Deutschland. Wir haben uns dazu mit dem Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford­Strohm unterhalten.

anp: Herr Bedford-Strohm, wie sind die Idee und das Bündnis entstanden?

BEDFORD-STROHM: Natürlich hat uns in der Kirche das Sterben im Mittelmeer seit langer Zeit beschäftigt und tief berührt. Ich selbst bin nach Sizilien gereist und habe die damalige Crew der SeaWatch 3 besucht und habe mir von ihr sehr berührende Geschichten angehört, was sie dort erfahren haben. Mit diesem Wissen sind wir in den evangelischen Kirchentag nach Dortmund gegangen, wo es eine Resolution gegeben hat, die ein eigenes Schiff ins Mittelmeer schicken wollte. Wir haben uns mit dem Thema beschäftigt und sind dann auf die Idee gekommen, ein breites Bündnis zu gründen, mit welchem ein eigenes Schiff zur Seenotrettung geschickt werden kann.

anp: Dieses Bündnis lebt von Spendeneinnahmen. Was können Jugendliche tun, wenn sie sich aktiv beteiligen wollen, aber keine finanzielle Möglichkeit haben, zu spenden?

BEDFORD-STROHM: Da gibt es ganz vielfältige Möglichkeiten jenseits von Spenden. Was uns hier hilft, ist das Wort. Also die Idee weitergeben und darüber in den sozialen Medien berichten. Wir müssen die Menschen aufmerksam machen und auf das Sterben im Mittelmeer hinweisen. Auch Veranstaltungen durchzuführen, ist eine mögliche Idee.

Das Interview in kompletter Länge findet ihr in unserem Podcast Pfadfinden. Darin haben wir uns neben dem Thema Seenotrettung auch noch zur aktuellen politischen Lage in Deutschland unterhalten.

United4Rescue – Interview mit Bedford-Strohm, Barfuß durch die Welt

 

Man lässt keine Menschen ertrinken