(Zu) langsam einer Meinung…

von Fabian Loske, Referent der Bundesleitung für Nachhaltigkeitsstrategie

Seit vielen Jahrzehnten ist die Auswirkung menschlichen Handelns auf das Klima bekannt. Dennoch wurden Dringlichkeit und Wichtigkeit des Themas lange verkannt und viele unterschiedliche Meinungen haben ein entschiedenes Vorgehen erschwert.

Da wir als Pfadis nicht mit dem Finger auf andere zeigen wollen, stellt sich die
Frage welche Möglichkeiten zu Handeln es im Verband gibt.

Da in Deutschland bis zu einem Drittel aller Klimagas Emission dem Gebäudesektor zuzurechnen ist, erscheint es sinnvoll die Gebäude des Verbandes genauer anzuschauen – angefangen mit der Bundeszentrale des VCP.

Diese befindet sich in Kassel in der Mitte Deutschlands in einem umgebauten
Schulgebäude. Untergebracht ist dort neben der Verbandsverwaltung mit vielen (aktuell 14) hauptberuflichen und hauptamtlichen Mitarbeiter*innen, aucheine voll eingerichtete Bildungsstätte mit Küche, Sitzungssaal und Übernachtungsmöglichkeiten für 22 Personen.

Die Bundeszentrale ist also für den VCP eine zentrale Einrichtung, die den VCP verwaltet, organisiert und den Rahmen zur Weiterentwicklung und Schulung bietet. Das Gebäude ist somit repräsentativ für den VCP. Es wurde im Rahmen einer Kernsanierung in 2018/19 an die aktuellen Bedürfnisse des Verbandes angepasst und technisch modernisiert.
Unser Ideal von inklusivem Pfadfinden spiegelt sich hierbei in Investitionen in
Barrierearmut durch ebenerdigen Zugang, entsprechende Sanitäreinrichtung
und den Einbau eines Fahrstuhles. Auch wurde der Idee eines umweltfreundlichen Gebäudes Rechnung getragen, indem die Heizungsanlage modernisiert, eine Innendämmung sowie dreifachverglaste
Fenster verbaut wurden.

Aber hat die Bundeszentrale nicht mehr energetisches Potenzial?

Momentan ist die Bundeszentrale, rein rechnerisch, schon CO2 neutral —
durch Einkauf von Grün-Strom und einem Gasvertrag, der die CO2-Emissionen kompensiert. Kann das energetische Potential des Gebäudes genutzt werden, um nicht nur rechnerisch, sondern auch in der Realität einen klimaneutralen Betrieb zu ermöglichen?

Das Gebäude hat ideale Südausrichtung.
Die Grundidee ist den Strombedarf durch Photovoltaik (PV)-Zellen zu decken, Solarthermie (direkte Erzeugung von Warmwasser durch Sonnenstrahlung)
zur Warmwasser- und Heizungsunterstützung zu nutzen; außerdem den Trend der Elektromobilitätaufzugreifen und eine Lademöglichkeit für e-Autos zu schaffen. Diese soll idealerweise ebenfalls durch selbsterzeugten
Strom gedeckt sein.

Um Schwankungen in der Erzeugung (nachts/bewölkt/Schnee) und Bedarf
(Homeoffice, Wochenendbelegung, e-Auto laden) auszugleichen, wird auch über einen Stromspeicher nachgedacht. Zusätzlich kann der eigene Sonnenstrom auch zur Warmwasserbereitung genutzt werden.

Vielleicht kann die Bundeszentrale durch Nutzung aller Dach- und Fassadenflächen, Überdachung der Terrasse mit PV-Zellen und Nutzung eines
Stromspeichers, über das Jahr mehr Energie erzeugen als dort verbraucht
wird und somit zu einem (kleinen) grünen Kraftwerk werden?

Die Planung sieht vor schon im Haushalt 2023 entsprechende Mittel zur
Umsetzung einzustellen und idealerweise auch schon mit der Umsetzung zu beginnen.
Schaut doch immer mal wieder in der Bundeszentrale vorbei, vielleicht hat sich schon etwas getan. 😉

 

 

Angedacht (in grün) – Die Bundeszentrale zapft die Sonne an, und erzeugt alle Energie durch Photovoltaik (Strom) und Solarthermie (Warmwasser) selbst. Ein Batteriespeicher kann Schwankungen ausgleichen und wir müssen im Idealfall nicht mehr auf eingekauften Strom und Gas zurückgreifen. Auch CO2-neutrale Elektromobilität wird unterstützt.