Aufarbeitung

„Aufarbeitung bedeutet: Konsequenzen für die Gegenwart ziehen und Erkenntnisse und Wissen für die Zukunft bewahren.“

Unabhängige Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der Vergangenheit ist neben Prävention, Intervention und Hilfen ein zentraler Aspekt im Kampf gegen Missbrauch. Dem VCP ist es in seiner Vergangenheit nicht immer gelungen, seine Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dieser Verantwortung wollen wir uns stellen. In den vergangenen vier Jahren wurden vermehrt sogenannte „Altfälle“ bekannt.

Was bedeutet Aufarbeitung?

Anders als in einem strafrechtlichen Verfahren geht es nicht darum, Täter*innen zu identifizieren und zu verurteilen, da die Fälle oft bereits verjährt sind. Umso wichtiger ist es aber für Betroffene, dass ihr Leid dennoch gesehen und anerkannt wird. Dadurch kann die Organisation lernen, welche strukturellen Mechanismen in der Vergangenheit den Missbrauch ermöglicht haben und warum er über einen so langen Zeitraum unentdeckt blieb. Aus diesen Erkenntnissen können dann notwendigen Konsequenzen für die Gegenwart gezogen werden.

Wie funktioniert Aufarbeitung im VCP?

Die unabhängige Aufarbeitung im VCP erfolgt mit wissenschaftlicher Begleitung durch das IPP (Institut für Praxisforschung und Projektberatung) und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V. Beide Kooperationspartner verfügen über jahrelange Expertise mit der wissenschaftlichen Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Institutionen.  Die Führung und Leitung des Aufarbeitungsprozesses obliegt den beiden Vertragspartnern. Die Institute übernehmen die Verantwortung für das Forschungsdesign, die Auswahl der Zugänge zum Forschungsfeld, die Auswahl der Quellen, die Datenerhebung sowie Datenauswertung.

Fragen und Antworten zu Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP: https://www.vcp.de/pfadfinden/aus-dem-verband/achtsamundaktiv/haeufige-fragen-zur-aufarbeitung-sexualisierter-gewalt-im-vcp

Informationen zur Studie

Der Untersuchungszeitraum ist 1973 bis 2020. Der Aufarbeitungsprozess hat im November 2023 begonnen und eine Dauer von 2,5 Jahren. Es sollen alle abgeschlossenen Interventionsfälle in dem Aufarbeitungsprozess untersucht werden, um ein möglichst ganzheitliches Bild zu erhalten. Unsere Absicht ist es, die Kultur des Schweigens in Bezug auf sexualisierte Gewalt in der Vergangenheit zu durchbrechen und eine Auseinandersetzung mit diesem Thema innerhalb des Verbands zu fördern. Dabei stehen die Belange von Betroffenen sexualisierter Gewalt im Mittelpunkt.

  • Wie lässt sich das Phänomen sexueller Missbrauch im VCP von 1973 bis 2020 beschreiben?
  • Wer waren die Täter*innen? Gab es Täter*innennetzwerke?
  • Welche kulturellen und strukturellen Faktoren haben sexuellen Missbrauch im VCP begünstigt?
  • Wie sind die Verantwortungsträger*innen des VCP mit Täter*innen und Betroffenen in der Vergangenheit umgegangen?
  • Wie ist dieser Umgang mit Täter*innen und Betroffenen im gesellschaftspolitisch-historischen Kontext und aus heutiger Perspektive zu bewerten?

  • Video Pressekonferenz zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP
    Hier gibt es einen Mitschnitt der Pressekonferenz zu Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP, die am 15.01.2024 stattgefunden hat. In der Pressekonferenz wurde der Aufruf an Betroffene und Zeitzeug*innen ausgesprochen, sich an der wissenschaftlichen Aufarbeitung, durchgeführt durch das IPP (Institut für Praxisforschung und Projektberatung) und Dissens – Institut für Bildung und Forschung e.V., zu beteiligen.
  • Pressemitteilung: Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im evangelischen Pfadfinden startet
    Kassel, 15. Januar 2024  Sexualisierte Gewalt: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e.V. startet als erster evangelisch geprägter Jugendverband umfassenden Aufarbeitungsprozess und ruft Betroffene und Zeitzeug*innen auf, sich zu beteiligen. Der VCP hat die unabhängigen Forschungsinstitute Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. (Berlin) und Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP, München) beauftragt, … Weiterlesen: Pressemitteilung: Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im evangelischen Pfadfinden startet
  • Vorabmeldung: Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im evangelischen Pfadfinden startet
    Kassel, 12. Januar 2024 Sexualisierte Gewalt: Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e.V. startet als erster evangelisch geprägter Jugendverband umfassenden Aufarbeitungsprozess und ruft Betroffene und Zeitzeug*innen auf, sich zu beteiligen. Der VCP hat die unabhängigen Forschungsinstitute Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. (Berlin) und Institut für Praxisforschung und Projektberatung (IPP, München) beauftragt, … Weiterlesen: Vorabmeldung: Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im evangelischen Pfadfinden startet
  • Begriffe rund um Aufarbeitung sexualisierter Gewalt
    Begriffserläuterungen und ein kleiner Sprachleitfaden (Sprache = gesprochene, Schrift- und Bildsprache) Wichtige Begriffe Aufarbeitung Beirat zur Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP Betroffene*r / betroffene Person EHS-Fond/ Anerkennungsleistung Grenzverletzungen: Sexualisierte Gewalt/ sexueller Missbrauch Strafrechtlich relevante Handlungen Täter*in und beschuldigte Person Betroffenensensible Bildsprache Geeignete und angemessene Bilder zum Thema sexualisierte Gewalt im Kontext Pfadfinden
  • Presseeinladung
    Einladung zur Pressekonferenz „Prävention braucht Aufarbeitung“ achtsam & aktiv – Aufarbeitung sexualisierter Gewalt im VCP Kassel, 19. Dezember Es ist dem Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) e. V. in seiner Vergangenheit nicht immer gelungen, seine Mitglieder vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dieser Verantwortung wollen wir uns stellen. Wir möchten die Kultur des Schweigens mit … Weiterlesen: Presseeinladung
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