Bundeslager: die Welt auf unserem Platz!

Gastgruppen aus verschiedenen Ländern – das kennt man. Aber auf diesem Bundeslager nahmen zum ersten Mal Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus aller Welt als International Service Team (IST) teil.

Die siebzehn ISTs arbeiten in ganz verschiedenen Bereichen mit: in der Lebensmittelversorgung, bei der Lagerzeitung, in Cafés, im Lagerhospital, im Kindergarten und in drei Teillagern. Die weiteste Anreise hatten die beiden Pfadis aus Australien und aus Südafrika.

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Foto: Jan-Hendrik Helm

Die Libanesin Wajiha Shihab erzählte, wie sie überhaupt auf die Idee kam, als ISTlerin auf dem Bundeslager mitzuarbeiten. „Im letzten Jahr lernte ein Freund von mir, Ali, die deutsche Leiterin Carla auf dem Moot in Canada kennen. Sie erzählte ihm vom Bundeslager, das alle vier Jahre stattfindet. Ali blieb in Kontakt mit ihr und sie sendete ihm Infomaterial und regelmäßige Neuigkeiten über die Vorbereitungen des Lagers. Wir waren so begeistert, dass wir das einzigartige deutsche Lager erleben wollten. Die Einladung wurde dann über die Libanesische Pfadfinder Vereinigung versendet und vier Leiter entschieden sich, teilzunehmen. Wir, die vier Leiter, kamen als IST und arbeiteten in verschiedenen Bereichen. Es war eine neue Erfahrung, besonders weil es für uns alle das erste Mal war, dass wir außerhalb des Libanons als IST arbeiteten. Für mich, Redakteurin der Lagerzeitung, war es eine ganz neue Sache. Ich stamme aus dem künstlerischen Bereich und einen Artikel zu schreiben, ist ganz anders als in der Architektur, Fotografie oder Szenografie zu arbeiten. Eine Geschichte, über die man reden könnte, war nicht so leicht zu finden, wie ich dachte. Und zu schreiben, anstatt ein Foto aufzunehmen, ist schwierig für jemanden, der es gewohnt ist, seine Ideen durch eine Fotografie oder etwas Gemaltes darzustellen. Das Volldampf-Lager war eine tolle Gelegenheit zu erfahren, wie es ist, mit Menschen verschiedenster Kulturen zusammen zu leben und deren Weise das Pfadfindertum auszuleben- Es ist eine Erfahrung, die wir mit uns nach Hause nehmen und von der wir unseren Pfadfindern berichten können. Nach dem Zeltlager blieben wir vier noch für einige Tage in Deutschland, um die echte Kultur kennenzulernen. Doch diese wenigen Tage reichten lediglich dafür aus, einen kurzen Einblick auf den deutschen Lebensstil zu erhaschen. Jeder von uns kam mit vielen unterschiedlichen Eindrücken zurück in die Heimat, von denen er seinen Freunden erzählen kann. Jedoch haben wir eines gemeinsam festgestellt: Diese Reise ist etwas, das jeder in seinem Leben gemacht haben sollte.“