Die geheime Macht der Düfte

von Jule Hoffmann

Den Geruch nach Popcorn im Kino oder den Duft nach Pizza in einer Pizzeria riecht man sofort. Aber man vermutet nicht, dass diese intensiven Dürfte häufig nicht von dem echten Popcorn und der echten Pizza kommen, sondern im Labor hergestellt sind, die über die Lüftungsanlagen oder sogenannte Duftsäulen in den Raum gelangen.

Aber warum wird das überhaupt gemacht? Keine Sinneswahrnehmung beeinflusst uns so wie das Riechen. Erinnerungen, Stimmungen, Gefühle und vor allem Entscheidungen werden durch Düfte gesteuert. Das wissen auch die Kinos, die ihr Popcorn liebend gerne verkaufen möchten – und wenn es schonmal danach riecht, dann möchte man natürlich auch welches haben …

Nicht nur diese intensiven und bewusst wahrnehmbaren Gerüche beeinflussen uns. Auch die, die unterhalb der Wahrnehmungsgrenze liegen, führen uns unterbewusst durchs Leben. Sie schleichen sich ganz unbewusst direkt in unser Gehirn und zwar den, der für unsere Gefühle zuständig ist. Durch einen schlechten Geruch fühlt man sich unwohl. Wenn es gut riecht, auch wenn man es nicht wahrnehmen kann, möchte man bleiben. Diese Wahrnehmungsgrenze lässt sich noch einfacher verstehen, wenn man daran denkt, dass man den eigenen ‚Pfadigeruch‘ nach einem Lager in der Bahn selber nicht mehr riecht.

Im Gegensatz dazu kann man die Beeinflussung durch Düfte auch bewusst nutzen. Natürlich mag jede*r unterschiedliche Gerüche lieber als andere, aber grundsätzlich gilt:

  • Fichtennadeln wirken beruhigend bei Stress, Nervosität
    und Erschöpfung;
  • Minze stimuliert das Nervensystem und fördert die
    Konzentration;
  • Nelkenblüten wirken sinnlich und anregend;
  • Vanille steigert die geistige Aktivität und macht gute
    Laune;
  • Zimt vermittelt ein Gefühl von Duft und Geborgenheit
    und
  • Weihrauch wirkt ausgleichend und fördert die
    Konzentration.

Versuch doch mal, Gerüche bewusst wahrzunehmen und ihre Einflüsse auf dich zu beobachten.