Voller Tatendrang wollen wir kritisch konsumieren

Von Judith Lieberich, Battenberg

„Versucht die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als ihr sie vorgefunden habt.“ – Dieses Zitat von Baden Powell kennt bestimmt jeder von uns. Das Land Rheinland-Pfalz/Saar nahm BiPi beim Wort und hat sich in einem Aktionsjahr mit den Themen kritischer Konsum und Umgang mit natürlichen Ressourcen beschäftigt.

rps_fussDie Aktion Tatendrang ist mittlerweile eine liebgewonnene Tradition in RPS. Seit 1995 fanden in loser Folge schon mehrfach Aktionen zu verschiedenen Themen statt. Im letzten Jahr war es wieder einmal soweit: Ausgehend von der Idee des ökologischen Fußabdruckes starteten wir unter dem Motto „Auf großem Fuß“ in ein „grünes“ Aktionsjahr, das nun im März mit einem landesweiten Aktionstag zu Ende gehen wird.

In unserem Alltagsleben spielen Themen wie Fair-Trade- und Bioprodukte, alternative Energien oder Skandale in den Produktionsstätten unserer T-Shirts und Smartphones berechtigterweise eine immer größere Rolle. Berechnungen zufolge ist unser ökologischer Fußabdruck momentan viel zu groß für unsere Erde. Doch was können wir tun, um zukünftig auf „kleinerem Fuß“ zu leben? Welche Spuren möchten wir auf der Welt hinterlassen, welche Verantwortung tragen wir alle für unsere Umwelt und die Folgen unseres Konsums?

Das klingt vielleicht zunächst etwas trocken. Wir haben aber festgestellt, dass das nicht so sein muss. Als kritischer Konsument stößt man auf viele interessante Aspekte, kann vieles selbst ausprobieren, experimentieren und spannende Gruppenstunden mit verschiedenen Projekte und Aktionen gestalten.

Unser Arbeitskreis Tatendrang hat jeden Monat einen Themenbereich herausgegriffen, Informationen und Anregungen für Gruppenstunden gesammelt und in einem Newsletter veröffentlicht: So haben wir beispielsweise einen genaueren Blick in unserer Einkaufswägen geworfen, getestet was man alles selbst kochen/basteln/bauen/recyceln kann, um Ressourcen zu sparen, ein T-Shirts aus dem Altkleidercontainer auf seinem Weg begleitet, Bäume gepflanzt, interessante Projekte anderer Organisationen kennengelernt oder erfahren, wie einer unserer Stämme seine Lagerplatz zur Naturerlebnisstätte gemacht hat.

Beim Upcycling kann man zum Beispiel aus scheinbarem Müll und ausrangierten Dingen wie alten Büchern und Zeitschriften etwas Schönes zaubern. Oder wie wäre es statt einer Shopping-Tour mal mit einem Kleidertausch-Abend mit der Sippe oder dem Stamm? Kleidungsstücke, die man nicht mehr trägt, finden so einen neuen Besitzer und alle können etwas Neues mit nach hause nehmen. Auch das gemeinsame Anlegen eines Gemüse- und Kräuterbeets macht viel Spaß, die Ernte könnt ihr in der Gruppenstunde direkt für ein leckeres Essen nutzen. Ihr seht, es gibt viele Möglichkeiten.

Dabei haben wir natürlich auch einiges gelernt. Es gibt kaum einfache Lösungen und kein schwarz oder weiß. Je intensiver man sich mit einem Thema auseinandersetzt, desto mehr strittige und schwierige Punkte werden sichtbar. Doch trotzdem die Beschäftigung mit dem Thema hat viel Spaß gemacht und es hat sich gelohnt, das eigene Verhalten und die Gewohnheiten genauer unter die Lupe zu nehmen und soweit möglich etwas zu verändern. Als Pfadfinderinnen und Pfadfinder bietet uns die Natur auf vielen Fahrten ein Zuhause und als weltweite Jugendbewegung fühlen wir uns auch unseren internationalen Freunden verpflichtet. Grund genug, genauer hinzusehen.

Ein landesweiter Aktionstag im März wird nun den Abschluss der Tatendrangaktion bilden, wir hoffen jedoch, dass die angeregte Diskussion über diesen Zeitraum hinaus in unserem Land lebendig bleibt.

Alle Interessierten finden unsere Newsletter und weiter Informationen auch online unter www.aufgrossemfuss.de