Stufen-Schulungs-Konferenz 2018 – Schulungsmanagement

Von Jost Lambrecht & Lukas Zintel

„Auf unserem Knappenlauf haben wir…“  Knappenlauf was ist denn das? „Bevor du zum Knappen aufgenommen wirst, machst du deine Knappenproben.“ Eine davon ist der Knappenlauf. Knappe wird man, nachdem man Jungpfadfinder war. Wir haben jetzt auch wieder die Späherprobe eingeführt, damit wir auch das Halstuch mit dem lila Rand tragen können.“

„Bei uns ist das ganz anders, in unserem Stamm gehen alle in eine Gruppe, tragen alle das gleich Halstuch und wir gehen mehrmals im Jahr mit dem allen zusammen auf Fahrt und im Sommer auf Großfahrt.“ „Kommen dann auch die Wölflinge mit?“ „Ja klar, ist doch egal wie alt du bist.“

„Bei uns gibt es die Kinderstufe. Die Kinderstufe macht ihr eigenes Programm. Mit 10 Jahren wird man Jungpfadfinder*in und mit 13 Jahren Pfadfinder*in. Erst als Jungpfadfinder*in fängt man an mit auf Fahrt und Lager zu gehen. Mit 16 Jahren wird man dann Ranger*Rover. Aber die Ranger*Rover hängen immer nur rum und machen nicht mit. Die meisten hören dann auch einfach auf, wenn sie keine Gruppe leiten können oder dürfen.“

Solche oder ähnliche Unterhaltungen kennen wir alle. Auch wenn wir alle Mitglied im selben Verband sind, sind unsere Stämme sehr unterschiedlich. Vielfach funktioniert vieles gut, anderes auch nicht und mancherorts ist ein Stamm bedroht, weil eine ganze Generation mit 15 aufgehört hat, weil Pfadfinden langweilig geworden ist. Unterschiede gibt es auch zwischen unseren Bezirken, Gauen, Regionen und Länder. Aber auch in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, in Traditionen, am Lagerfeuer und im Aufbau und Inhalt der Leiter*innen Ausbildung bestehen Unterschiede.

Auch die regionalen Ressourcen unterscheiden sich sehr voneinander. Da gibt es ein VCP-Land mit 300 Mitgliedern und daneben eins mit 4000 Mitgliedern. Manche Bezirke beschäftigen eigene Hauptamtliche, manche Länder haben keine hauptamtliche Unterstützung. In manchen Ländern gibt es Schulungen, für Gruppenleitungen und Stammesleitungen und viele weitere Kurse die VCPer*innen auf ihre weiterführenden Aufgaben vorbereiten. Andernorts findet noch nicht einmal regelmäßig eine Juleica-Schulung statt, da es keine Gruppe von Teamer*in gibt, die eigenständig einen Kurs konzipieren kann.

Vor etwa zehn Jahren hat sich der VCP aus diesen und weiteren Gründen entschieden das Stufenkonzept zu überarbeiten und an vielen Ecken wird vieles davon bereits umgesetzt. Einiges lässt sich sehr gut umsetzen, anderes aber auch nicht. Fragen die sich dabei stellen sind: Liegt dies am Konzept? An der Umsetzung? Wissen unsere Gruppenleiter*Innen genug, um das Konzept umsetzen zu können? Erreichen die Inhalte dieses Konzepts überhaupt alle?

Von dir wollen wir wissen, was geschehen muss, damit wir überall ein gutes Pfadfinder*innenprogramm gestalten können? Muss sich die Arbeit und das Konzept ändern oder müssen wir einfach in der Umsetzung besser werden?