2. Adventsbrief Nikolaus und Schenken

von Johanna Mixsa

Heute im Adventsbrief:

Impuls zum Thema Nikolaus und Schenken

Heute ist Nikolaustag, der Gedenktag zu Ehren von Nikolaus von Myra. Er ist einer der bekanntesten heiligen des Christentums. Aber woher kommt die Tradition des Schenkens am Nikolaustag?

Nikolaus von Myra war ein Bischof in der heutigen Türkei. Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden. Auf einer der Legenden, über die Rettung dreier Jungfrauen, beruht der Brauch des Schenkens.
In dieser Legende lief der Bischof in einer Nacht an dem Haus einer Familie vorbei, die sehr arm war. Sie war so arm, dass die drei Töchter Geld als Prostituierte verdienen mussten. Um der Familie aus dem Leid zu helfen und den Töchtern eine Heirat zu ermöglichen, warf Nikolaus in drei aufeinander folgenden Nächten, jeweils eine goldene Kugel durch das Fenster. Deshalb wird Nikolaus oft mit drei goldenen Kugeln dargestellt.
Durch diese und viele anderen Legenden, ist er dafür bekannt, dass er Armen geholfen und gutes Verhalten belohnt hat.

Heute stellen wir unsere Stiefel schön geputzt nach draußen und füllen sie uns gegenseitig über Nacht auf. Bei einigen gibt es vielleicht was Süßes, bei anderen auch größeren Geschenken.
Nikolaus hat großartige Taten vollbracht, für uns jedoch ist der 6. Dezember leider oft nur ein Tag mehr, an dem man sich in der stressigen Weihnachtszeit um Geschenke kümmern muss.
Um das Schenken dreht sich inzwischen die ganze Adventszeit. Für jede*n muss etwas gefunden werden, dass von Wert ist, aber nicht zu teuer ist. Durch diesen Zwang wird das Schenken Negatives, worauf man gar keine Lust mehr hat.
Das ist sehr schade, denn eigentlich tut uns das Schenken, die Freude des Gegenübers, gut. Viele machen sich Gedanken, was der*dem Beschenkten gefallen könnte und schenken somit ihre*seine Aufmerksamkeit. Eigentlich. In Wirklichkeit ist leider oft genau das Gegenteil der Fall. Man kauft hier oder da noch schnell was ein, übergibt es und muss dann auch schon wieder los, um für die nächste Weihnachtsfeier alles vorbereitet zu haben. Das Wesentliche fällt dabei hinten runter.

Ich habe dazu in sehr passendes Gedicht gefunden:

Advent – Helga Schäferling
Erwartung liegt in adventlicher Luft,
vermischt mit verlockendem Plätzchenduft.
In den Geschäften geht es rund,
die Menschen hoffen auf einen Schnäppchenfund.
Eine Menge Geschenke müssen her,
der Geldbeutel wird so nach und nach leer.
Doch mancher wünschte sich lieber Zeit
und Raum für herzliche Gemeinsamkeit.
Zusammen sein und miteinander lachen
ist doch viel mehr wert als all die Sachen,
die irgendwo im Regal verstauben
und letztlich wiederum Zeit nur rauben.
Möge doch der Sinn vom Schenken
unser Trachten wieder dorthin lenken,
wo es um wirklich Wertvolles geht
und der Mensch im Mittelpunkt steht.

Nikolaus von Myra ist für seine Großzügigkeit bekannt. Bekannt dafür, dass er die Menschen beschenkte mit dem was sie brauchten. Und auch du kannst alle Menschen beschenken und es kostet nicht mal Geld. Denn du kannst sie mit dem beschenken, wofür die Weihnachtszeit eigentlich steht: mit Liebe, Zuneigung und Hoffnung. Du kannst mit deinen Liebsten Zeit verbringen und gibst ihnen damit oft mehr, als wenn du etwas kaufst. Denn genau das ist es, was sie oft wirklich brauchen.
Gibt es jemanden, den du heute beschenken kannst? Vielleicht allein schon mit einem lieben Anruf oder einem Brief?

Und denk immer daran: Wer schenkt wird auch beschenkt

Impulse für den Advent

1. Adventsbrief: Nächstenliebe