Gute Führung durch Erfahrung: Toolkit von WAGGGS “Why How What” in der Testphase

Der Weltpfadfinderinnenverband hat ein neues Modell für Führungs- und Leitungspersonen und deren Ausbildung entwickelt.

Bisher war es in der Welt der Pfadfinder*innen üblich den Erwerb einer Reihe von Kompetenzen als Voraussetzung für gute Führung zu betrachten. Das neue WAGGGS-Modell geht weg von dieser Ansicht und hin zu der These, dass wir alle in unserem Leben an verschiedenen Stellen Führungsrollen übernehmen und daher schon eine ganze Menge können. Wenn man diese Führungserfahrungen systematisch unter verschiedenen Gesichtspunkten auswertet, kann man sich in seiner Führungs- oder Leitungsrolle weiterentwickeln und auch zukünftig qualitativ gute Führungsarbeit leisten.

Das ist der Kern der neuen Theorie.

Für die Praxis hat die Europa-Region von WAGGGS unter Beteiligung des VCP ein Toolkit, also einen Methodenkoffer, entwickelt, mit dessen Hilfe Führungs- und Leitungspersonen die neuen Ideen einüben können, ohne dass sie auf eine*n Trainer*in angewiesen sind. Es ist also Material zur Selbstschulung in Gruppen oder auch allein. Gut ist das für alle, für die zum Beispiel gerade kein passender Kurs angeboten wird, oder diejenigen, die sich darüberhinaus mit dem Thema befassen möchten.

Das Toolkit mit kurzen Einführungstexten und vielen praktischen Übungen ist gerade als englischsprachiger Entwurf erschienen und kann noch bis zum 8. Mai ausprobiert und bewertet (!) werden. Die Endfassung wird in Englisch, Französisch und Spanisch erscheinen und muss noch für die Nutzung im VCP übersetzt werden.

Worum geht es?

Wie der Name sagt, befasst sich das Toolkit mit dem Warum, dem Wie und dem Was.

Es beginnt also mit der Vision und Mission von WAGGGS, umfasst dann die pfadfinderische Methode und die Qualität des Programms, um mit einem großen Teil zum neuen Führungsmodell abzuschließen.

Foto: WAGGGS

Inhalt des Führungsmodells sind die
6 Denkweisen guter Führung

Die Anwendung der Denkweisen heißt, durch die verschieden Brillen der Führung zu sehen. Dies ermöglicht es, in einer komplexen Umwelt zu führen und unterschiedliche Anforderungen auszubalancieren.

Die Relevanz jeder einzelnen Denkweise ändert sich im Verhältnis zur Rolle und der Situation, in der man sich befindest, und man kannst zu verschiedenen Zeitpunkten Schwerpunkte auf bestimmte Denkweisen legen. Man wird aber alle Denkweisen brauchen, um das vollständige Bild zu sehen.

Die Reflektive Denkweise

…wird verwendet, um in dich selbst in der Beziehung zu Anderen hineinzuschauen, und aus diesen Erfahrungen Erkenntnisse und Achtsamkeit zu ziehen.

Die Denkweise der Zusammenarbeit

…wird verwendet, um zu verstehen was andere tun und warum. Mit dieser Denkweise kannst du jeder*jedem die Chance zur Teilhabe und zur Zusammenarbeit geben.

Die kritische und kreative Denkweise

…wird genutzt, um Lösungen zu finden, durch die Definition des Problems, das Sammeln der richtigen Informationen und durch Kreativität.

Die Welt-Denkweise

…wird verwendet, um die unterschiedlichen Dinge zu sehen, die jede*r braucht, und um sich mit anderen Menschen zu verbinden. Es geht um Diversity und andere Herausforderungen in unseren Gruppen, unserer Bewegung und auch außerhalb des Pfadfindens.

Die Denkweise für Geschlechtergerechtigkeit

…wir genutzt, um unterschiedliche Geschlechtsrollen zu entdecken. Wenn du deine Führung an die Bedürfnisse von Mädchen und Jungen anpasst, kannst du Grenzen überwinden.

Die Denkweise für verantwortliches Handeln

Manchmal ist es Zeit für Veränderungen und manchmal nicht. Diese Denkweise hilft das herauszufinden und dich und andere zur Führung zum Nutzen unserer Bewegung zu inspirieren.

Mitglieder aus verschiedenen Fachgruppen testen das toolkit auf Burg Rieneck.

 

Das Toolkit findet ihr hier!

Die Testphase endet am 8. Mai.
Bis dahin könnt ihr über diesen Feedbackbogen eure Gedanken mit WAGGGS teilen.
Viel Spaß!
Auch die Fachgruppe Schulung beantwortet euch gern alle Fragen unter fg.schulung@vcp.de

.