Pfadi-Blues

Matschige Wanderschuhe
Foto: Jan-Hendrik Helm

 

von Rebecca Haugwitz

Was nun? Die schönen Tage, angefüllt mit Gesang und Gitarrenklängen, mit Lagerfeuerduft und Gesprächen über Gott und die Welt liegen hinter dir, du sitzt zu Hause und starrst ins Leere. Irgendwie fehlen dir sogar die Rückenschmerzen vom Schlafen auf der Isomatte. Das Gewicht des Halstuchs um deinen Hals ist auch verschwunden, nur die Wanderschuhe, die du zum Trocknen rausgestellt hast, erinnern noch an „vergangnes Glück“, wie es in „Nordwärts“ so schön heißt. Du könntest ewig weiter in Erinnerungen schwelgen, aber dein Herz ist von all der Nostalgie schon ganz schwer und eigentlich findest du es auch gar nicht so schön in diesem Loch, in dem du dich gefühlsmäßig gerade befindest. Facebook macht es nicht gerade besser, alle posten jetzt Fotos und du lädst deine natürlich auch hoch. Ach schön…aber halt! So geht das nicht weiter. Irgendwie muss man diesem „Pfadi-Blues“ doch entkommen können, man sollte doch nach einer so tollen Zeit nicht traurig sein! „Weine nicht, weil es vorbei ist, sondern lächle, weil es so schön war!“ Dieses bekannte Zitat von Gabriel García Márquez (kolumbianischer Schriftsteller & Literaturnobelpreisträger) willst du dir zum Vorbild nehmen. Also schließt du Facebook wieder, stehst auf, streckst dich einmal und packst direkt die Planung für das nächste Event an. Denn das Beste Gegenmittel gegen den Pfadi-Blues ist und bleibt doch die Vorfreude auf ein Wiedersehen. „Nordwärts, nordwärts woll’n wir wieder…“