„Du gehörst nicht hier her!“ – Wenn Heimat ausgrenzt

von Lena Simosek

Wenn wir über Heimat sprechen, denkt wohl jede*r an etwas anderes.

Für viele ist es der Ort, an dem wir aufgewachsen sind, der Ort an dem wir leben, ein Ort, der uns geprägt hat und mit dem wir besondere Erinnerungen verbinden, vielleicht auch das Pfadi-­Heim.

In den letzten Jahren wurde der Heimatbegriff in Deutschland öffentlich immer wieder kontrovers diskutiert.

Vor allem, weil rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppierungen wie zum Beispiel die Identitäre Bewegung (IB) mit dem Slogan „Heimat – Freiheit – Tradition“ den Begriff gezielt einsetzen, um Personen und Gruppen auszugrenzen, die ihrer Meinung nach nicht in unsere Gesellschaft gehören.

Auch die rechtsextreme Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) versteht sich als „soziale Heimatpartei“. Ihre politischen Ziele orientieren sich am historischen Nationalsozialismus.

Und dann neonazistische Kameradschaften, wie der Thüringer Heimatschutz, aus dem der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) hervorging, der zwischen 2000 und 2007 neun Migrant*innen ermordete.

Diese Gruppierungen und ihre Anhänger*innen sehen „ihre Heimat“ bedroht. Sie nutzen Heimat als Kampfbegriff gegen alles Fremde, Moderne und Andersartige, unter der Überschrift „Heimatschutz“ begehen sie sogar Straftaten. Sie versuchen unsere pluralistische Gesellschaft zu spalten.

Als Pfadfinder*innen lernen wir, dass Begegnung mit Neuem bereichert, dass Grenzen überschritten werden können und dass Frieden machbar ist. Wir sind Teil einer weltweiten Gemeinschaft.

Deswegen sollten wir uns dafür einsetzen, dass Heimat inklusiv und vielfältig ist. Die Gesellschaft ist in Bewegung. Wir können sie gestalten.

VCP gegen Hetze

Wenn ihr euch in der Gruppenstunde weiter mit rechtsextremer Politik und diskriminierenden Ideologien auseinandersetzen wollt, findet ihr mehr dazu im VCP-Blog:

Auf die Plätze gegen Hetze