Herzklopfen

Anna ist verliebt. Sie sah Ben zum ersten Mal auf der Party einer Klassenkameradin. Er war ihr sofort aufgefallen. – Aber sie traute sich nicht, ihn anzusprechen. Zwei Wochen später traf sie ihn im Bus wieder. Und da spürte sie es zum ersten Mal: dieses Herzklopfen. Diesmal sprach sie ihn an. Er war total offen und witzig und bevor sie aussteigen musste, tauschten sie ihre Handynummern aus.

Sie verabredeten sich für den nächsten Abend gemeinsam mit Bens Clique in die Stadt zu gehen. Der Abend war toll. Sie hatten viel Spaß zusammen. Ben ist total nett, sieht super aus und die anderen Mädchen beneiden Anna, weil sich Ben so für sie interessiert.

Sie sehen sich nun immer öfter, lernen sich kennen und Anna hat sich so richtig in Ben verliebt. Er wartet nun immer nach der Schule auf sie, sodass sie ihren Heimweg miteinander gehen können. Einmal wollte sie nach der Schule mit ihrer Freundin shoppen gehen, da war er richtig enttäuscht. Ist das nicht süß?

Ben ruft Anna auch ganz oft an und fragt: „Wo bist du? Was machst du gerade? Wer ist dabei?“ Manchmal kommt sich Anna dabei fast ein bisschen kontrolliert vor. Das hat sie Ben auch gesagt, aber er meinte nur schmollend: „Ich interessiere mich eben für dich. Stört es dich, wenn ich dich anrufe?“. Natürlich freut sich Anna über die Anrufe von Ben und schiebt den Gedanken von Kontrolle wieder schnell zur Seite.

Ben mag es dann auch nicht, wenn Anna abends etwas ohne ihn unternimmt. Er wird dann sauer und macht blöde Bemerkungen über ihre Freundinnen. Das macht Anna etwas traurig. Aber was soll sie machen? Sie liebt Ben doch so.

„Herzklopfen“ ist eines der stärksten Gefühle der Welt. Wenn du verliebt bist, könntest du die Welt umarmen, vor Glück in die Luft springen oder den ganzen Tag tanzen. „Herzklopfen“ ist kräftig, intensiv, lebendig, spannend, aufregend und toll.

Aber manchmal entwickelt sich eine Beziehung in eine Richtung, die dir oder euch beiden schadet. Von Eifersucht, gegenseitiger Einflussnahme, Kontrolle bis hin zu sexualisierter oder körperlicher Gewalt.

Fühlst du dich wohl? Tut dir deine Beziehung gut? Vertraue deinem Gefühl.

Bist du unsicher, ob das, was du erlebst „normal“ ist? Sprich mit einer Person darüber, der du vertraust. Frag nach, was er oder sie darüber denkt und was du ändern kannst.

Aus: Der Paritätische Baden-Württemberg. Heartbeat-Herzklopfen. Beziehungen ohne Gewalt. Stuttgart. 2019

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