Spiele-Test: Länder toppen

Drei Hasen in der Abendsonne, Uehlfeld, 2016/2018
Autor: Matthias Jünemann
2–6 Spieler*innen, ab 8 Jahre, ca. 30 Minuten

Hat Kenia mehr Einwohner als Deutschland? Ist Australien größer als Brasilien? Ist der höchste Berg in den USA höher als der in Pakistan? All diese Fragen müsst ihr euch bei „Länder toppen“ stellen. Quasi eine Art Quartett 2.0 oder besser 3.0. Denn mit den Quartettspielen meiner Jugend auf dem Schulhof hat „Länder toppen“ eigentlich nur die Karten mit den unterschiedlichen Werten zu den einzelnen Ländern gemeinsam. Hier ist das Prinzip viel cleverer. Ihr gewinnt nicht nur mit den höchsten Werten. Auch das kleinste Land oder die niedrigste Lebenserwartung kann euch wertvolle Stiche bringen.

Eure Aufgabe bei „Länder toppen“ ist es, in jeder Runde eure Karten clever einzusetzen. In der ersten Phase schaut ihr euch eure Karten genau an. Auf jeder Karte findet ihr Informationen zu einem Land der Erde. Für das Spiel sind fünf Werte wichtig: Fläche, höchster Berg, Temperatur, Einwohner, Lebenserwartung und BIP pro Kopf. Nun müsst ihr entscheiden welche eurer Karten ihr in welcher Kategorie einsetzen wollt. Dabei kann ein hoher oder ein niedriger Wert gut sein. Auf einem Streifen vor euch stehen die fünf Kategorien. Eure Karten legt ihr verdecke über (hoher Wert) oder unter (niedrige Wert) die entsprechende Kategorie ab. Wenn jede*r von euch alle Karten verteilt hat geht das Stechen los. Nach und nach geht ihr die Kategorien durch; z.B. schaut ihr bei „Fläche“ zuerst die oberen Karten an: wer das größte Land hat gewinnt den Stick. Den nächsten Stich (Karten unterhalb) gewinnt, wer das kleinste Land hat, usw.. Wer seine Karten am geschicktesten einsetzt gewinnt am Ende das Spiel.

„Länder toppen“ bringt frischen Wind in das alte Prinzip der Quartettspiele. Durch das Zuordnen der Karten zu den Kategorien vorab, ist das Spiel unglaublich taktisch. Ihr müsst immer wieder neu abschätzen, ob ihr mit einer Karte stechen könnt. In fast jeder Runde müsst ihr auch überlegen, ob ihr Karten opfert und wenn ja welche. Das Spielprinzip ist dabei sehr simpel und schnell gelernt. Trotzdem ist es sehr kniffelig. Ganz nebenbei lernt ihr bei „Länder toppen“ eine Menge dazu. Auf dem Karten findet ihr viele Informationen zu den Ländern, auch welche, die gar nichts mit dem Spiel zu tun haben. Das Spiel lässt sich in der Gruppe genauso gut spielen wie zu zweit. In der Phase der Zuordnung der Karten ist zunächst jede*r mit sich selbst beschäftigt. Wenn ihr recht schnell seid, kann es passieren, dass ihr einen Moment auf eure Mitspieler*innen warten müsst. „Länder toppen“ macht dennoch eine Menge Spaß und ist keinesfalls langweilig. Einen besonderen Pluspunkt gibt es für die Schachtel. In der Neuauflage hat der Verlag den Karton noch einmal verkleinert, sodass er nun in jede Tasche passt. Somit muss das Spiel auf jeden Fall mit auf die nächste Weltreise. 😉

4 Pöppel vergibt Oliver Mahn