Verband? Warum eigentlich?

von Natascha Sonnenberg, Neals Nowitzki und Oliver J. Mahn

Wir sind der Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder. Oft beschäftigen wir uns mit der Frage, was uns „christlich“ macht oder was uns als Pfadfinder*innen eint. Hier soll nun das erste Wort unseres Namens in den Fokus genommen werden.

Ein Verband – ganz allgemein – ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Mitgliedern, zum Beispiel einzelner Vereine, die gemeinsam gleiche Interessen und Ziele verfolgen. Als Verband wird in der Regel ein Verein bezeichnet, dessen Mitglieder ausschließlich oder zumindest weit überwiegend juristische – also keine natürlichen – Personen sind. Abseits dieser eher juristischen Definition möchten wir hier beschreiben, warum es gut ist, dass wir ein Verband sind [1] und
was eigentlich du vor Ort davon hast:

Gemeinsame Haltung

Der Verband gibt uns allen eine Identität, in Form von einer Haltung mit Werten und Traditionen, denen du dich zugehörig fühlen kannst. Durch den bundesweiten Zusammenschluss entsteht eine Gemeinschaft, die über deinen eigenen Ort/Stamm hinausgeht. Durch das Kennenlernen anderer in der Gemeinschaft wirst du dir durch die Unterschiede im Detail vielleicht eurer eigenen Traditionen bewusster und lernst andere Perspektiven kennen. Die Erweiterung des eigenen Horizonts ist ein grundlegendes Element des Pfadfindens. Der VCP ermöglicht dir dieses im geschützten Rahmen. Solltest du mal den Wohnort wechseln, hast du die Möglichkeit auch woanders Anschluss finden zu können und wirst doch direkt viele bekannte Werte wiedererkennen. Gemeinsame Schulungs- und Qualitätsstandards Durch die Landes- und Bundesebene werden Schulung und Qualitätsstandards gesetzt, die dir und auch den Eltern vor Ort Sicherheit geben und Vertrauen fördern. Dazu gehört eine sehr gute Ausbildung für Gruppenleitungen, die den Schutz der Kinder und Jugendlichen in den Mittelpunkt stellt. Dazu gehört aber auch das permanente Hinterfragen von Traditionen und ob diese noch zeitgemäß sind, zum Beispiel die Texte der Lieder, die wir singen.

Klarheit nach Außen

Eltern, deren Kinder neu auf den VCP treffen, sehen, dass die Werte der einzelnen Gruppen vor Ort nicht nur durch die dort handelnden Personen geschaffen werden, sondern dass dahinter mehr steckt. Dadurch kann eine Unterwanderung besser abgesichert werden. In der großen Informationsflut heutzutage kann es für Eltern, aber auch Kinder und Jugendliche sehr schwer sein, herauszufinden, welcher Verein wirklich die eigenen Werte unterstützt und nicht zum Beispiel verlängerter Arm einer Sekte oder extremistischen Gesinnung ist.

Öffentlichkeitswirksamkeit

Hierfür ist eine gute Öffentlichkeitsarbeit, aber auch ein hoher Bekanntheitsgrad in den jugendpolitischen Gremien hilfreich. Brauchst du oder braucht deine Gruppe zum Beispiel Unterstützung durch eure Stadt, hilft euch der Hinweis auf die jugendpolitische Anerkennung sicher weiter. Wollt ihr für ein Zeltlager die Wiese oder die Toilette von jemandem nutzen, weckt die Zugehörigkeit zu einem anerkannten Verband auch dort Vertrauen.

Starke Stimme für junge Menschen

Als Verband können wir mit einer starken Stimme die Interessen der Kinder- und Jugendarbeit in der Politik auf unterschiedlichen Ebenen vertreten. Dazu nutzen wir auch unsere Mitgliedschaften zum Beispiel im DBJR (Deutscher Bundesjugendring) und der aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.). Dies hat uns in diesem Jahr beispielsweise zu Corona-Fördermitteln des Bundes für Kinder- und Jugendarbeit verholfen.

Weltverbände

Durch den Verband sind wir auch Teil der beiden Weltverbände WOSM und WAGGGS. Diese ermöglichen nicht nur die Unterstützung zu internationalen Begegnungen, sondern bereichern unseren Verband auch durch Schulungsmaterialien und Trainings, die dort konzipiert werden und zum Beispiel über den Stammesversand weitergegeben werden oder über die du in unseren Social Media-Accounts oder im Blog lesen kannst.

Gebündelte Kompetenzen

Durch die Materialien, die dir seitens der Bundes-, Landes oder auch Bezirks-/Gau-ebenen zur Verfügung gestellt werden, muss nicht jede*r das Rad neu erfinden und sich immer wieder selbst Gruppenstundenideen ausdenken. Auch sichert es dich ab, dass du nicht ganz unbewusst Fehler machst. Durch die Anmeldung auf Bundesebene wird zum Beispiel sichergestellt, dass alle datenschutz-, förder- und steuerrechtlichen Vorgaben eingehalten werden.

Gegenseitige Unterstützung

Sollte es euch vor Ort mal schlecht gehen, so könnt ihr bei euren „Nachbar“-Stämmen, im Bezirk/Gau, im Land oder auf Bundesebene Unterstützung finden. Derzeit unterstützen zum Beispiel Pfadis aus VCP-Nachbar-Ländern, der Bundesleitung und der Bundeszentrale die engagierten Stämme vor Ort dabei, wieder eine gute Landesebene im Land Mecklenburg-Vorpommern herzustellen.

Demokratie lernen und leben

Nicht zuletzt ermöglichen die Strukturen unseres Verbandes, Demokratie zu erleben und zu lernen. Schon in jungen Jahren bis über alle Altersstufen und Ebenen lernen wir hier, dass gemeinsames Handeln und Verantwortungsübernahme, zum Beispiel durch die Übernahme von Ämtern und Aufgaben, die Realisierung unserer Ziele ermöglicht. Als Verband bilden wir daher eine großartige Spielwiese für gelebte Demokratie auf all unseren Ebenen. Diese benötigt stets einen gemeinsamen Dialog, fördert und fordert uns aber auch. Selbst wenn dies manchmal bedeutet, dass man zurückstecken muss. Viele dieser großartigen Vorteile von uns als Verband sind vor Ort vielleicht oftmals nicht direkt ersichtlich. Daher hat dieser Beitrag dir hoffentlich geholfen, Dir diese Vorteile einmal bewusst zu machen.

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natascha.sonnenberg@vcp.de

Stanislav 10 Jahre