Vom Schaf zur Wolle

Wie können Socken eine Wanderung noch cooler machen?

von Birthe Bröcker

Echt scharf: Australien ist auf Platz eins, wenn es um Schafe geht. Mit mehr als 130 Millionen leben dort die meisten Schafe weltweit. Außerdem ist das Land auf der anderen Seite der Welt führender Hersteller von Wolle. Doch wie wird aus dem wilden Fell der Schafe eigentlich ein Wollknäuel mit dem man stricken kann?

Da kommt keiner ungeschoren davon! Einmal im Jahr gehen die Vierbeiner zum „Friseur“, was nicht länger als zwei bis drei Minuten dauert. Dabei wird das gesamte Fell in einem Stück abgeschoren. Dieser große Wollteppich entspricht etwa drei bis vier Kilo Wolle. Im Vergleich: Das abgeschorene Fell wiegt also in etwa so viel wie zwei Kohtenbahnen. Nach der Schur werden die Felle nach Sauberkeit und Feinheit sortiert und entsprechend ihrer Güte versteigert. Ein Drittel der Wolle wird zur Weiterverarbeitung nach Europa verschifft. Dort wird die Wolle zunächst mit Seifenpulver vorsichtig gewaschen. Das Waschwasser wird im Anschluss nicht einfach weggekippt, sondern weiterverarbeitet. Aus der Flüssigkeit wird Fett gewonnen, welches für Cremes und Lippenpflege genutzt wird.

Danach laufen die ausgewaschenen Faserflocken durch Walzen. Dadurch entsteht ein langes Faserband. Dieses wird gekämmt, noch einmal intensiv gereinigt und mit anderen Faserbändern übereinandergeschichtet. Das Produkt daraus nennen Expert*innen einen Kammzug.

Im nächsten Schritt wird der Kammzug auf speziellen Spinnmaschinen weiterverarbeitet. Dabei erhält der Kammzug einen bestimmten Drall, der bestimmt, wie hart oder weich das Garn wird. Während dieses Schrittes können auch andere Fasern eingemischt und das Garn gefärbt werden. Am Ende des Prozesses wird das Garn zu einem Knäuel aufgewickelt und ist für die Herstellung von Textilien oder zum Stricken bereit.

Viele kennen sie von ihrer Wanderkleidung: die Merinowolle. Diese ist nämlich ganz besonders geeignet für Funktionswäsche und Socken. Das hat auch einen guten Grund, denn aufgrund ihrer Feinheit kratzt die Wolle nicht auf der Haut und isoliert den (Schafs-)Körper sowohl gegen Kälte als auch gegen Wärme. Wenn man als Pfadfinder*in bei einer langen Wanderung im Sommer Socken aus Merinowolle trägt, dann bleiben die Füße schön kühl. Die beim Wandern entstehende Feuchtigkeit wird nämlich von der Wolle aufgenommen. Durch die warme Außentemperatur entsteht eine sogenannte Verdunstungskälte, die für ein besonders cooles Klima im Schuh sorgt.

Beim Kauf von Kleidung aus Merinowolle solltest du immer auf die Herkunft der Wolle achten. Überprüfe am besten am Etikett, ob die Wolle GOTS-zertifiziert ist. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) gewährleistet eine nachhaltige, umweltverträgliche und sozial verantwortliche Herstellung der Textilien.

Strickmuster für einen Schal mit VCP-Zeichen

Strickmuster VCP-Zeichen

VCP-Zeichen (xls)

VCP-Zeichen 2 (XLS)