Buchecke: Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Du neben mir und zwischen uns die ganze WeltNicola Yoon, Dressler Verlag,  Hamburg 2015

Maddy ist gerade 18 Jahre alt geworden. Sie liebt japanische Gedichte, Bücher und Architektur. Sie ist witzig, hübsch und intelligent. In den letzten 17 Jahren hat sie nie das Haus verlassen, denn sie leidet unter einem seltenen Immundefekt und reagiert auf fast alles allergisch. Die Atemluft im Haus wird gefiltert. Das Haus, in dem sie mit ihrer Mutter, einer Ärztin lebt, ist ihr Universum. Darin hat sie sich eingerichtet… bis eines Tages der attraktive Olli mit seiner Familie ins Nachbarhaus einzieht. Maddy beobachtet ihn aus dem Fenster – was kann sie auch anderes tun? Auch Olli hat sie bemerkt und klingelt eines Tages an der Tür. Doch die Mutter unterbindet jeden Kontakt, da sie ihre Tochter schützen will. Olli und Maddy beginnen sich zu mailen und dann verliebt sich Madeline in ihn. Und wünscht sich mehr als nur Mails und Blicke durchs Fenster. Carla, Maddys Vollzeitkrankenschwester hat Verständnis dafür und lässt zu, dass sich die beiden im Wintergarten treffen – so lange sie sich nicht berühren. Doch dann sieht Maddy durch das Fenster, wie Ollis gewalttätiger Vater erst die Mutter und dann Olli verprügelt. Sie stürzt aus dem Haus, um sich dazwischen zu werfen und da versteht auch ihre Mutter, wie es zwischen den beiden steht. Sie wirft Carla wutentbrannt aus dem Haus. Nun ist es an Maddy, sich zu entscheiden. Für das sichere Leben in dem hermetisch reinen Haus? Oder für das Leben draußen mit der ständigen Angst, es zu verlieren? Sie entscheidet sich und trägt dafür alle Konsequenzen. Doch dann geschieht etwas Unglaubliches.

Das Buch erzählt die Geschichte einer Tragödie und macht gleichzeitig Mut. Es erzählt von Verzweiflung, die Wahn führt und plädiert fürs Verzeihen. Es ist spannend, ohne reißerisch und romantisch ohne rührselig zu sein. Sehr empfehlenswert.

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