Die Raupe

von Eric Stahlmann und Peter „flip“ Keil

Erwachsensein im Jugendverband – die Diskussion um die Erwachsenen im VCP ist vermutlich so alt wie der Verband selbst. Spätestens mit den Beschlüssen der 52. Bundesversammlung ist die Debatte um Arbeitsformen, geeignete Strukturen und die Organisation von Erwachsenen im VCP neu entbrannt. Sie findet statt in einem Spannungsfeld irgendwo zwischen „Jugend führt Jugend“ und Lebenspfadfindertum, Verbundenheit zum Verband, Freundschaft, dem Wunsch sich einzubringen und der Notwendigkeit bestimmte Verantwortung abzugeben. Die Stufenkonzeption des VCP endet mit der Ranger*Rover-Stufe (R*R-Stufe). Doch was mache ich eigentlich, wenn ich im VCP das lila Halstuch bekomme? Dieser Artikel soll ein Debattenbeitrag sein.

Der Stufenübergang und die 20er Jahre

Mit 21 Jahren sind wir plötzlich nicht mehr R*R. Viele stehen zu dieser Zeit stark in der Verantwortung, leiten Gliederungen, engagieren sich auf Fahrten, Lagern, in Arbeitskreisen und Gremien. Mit etwas Glück erhält man ein lilafarbenes Halstuch. Vielleicht aber auch nicht. Für die meisten hat sich aber die Lebensphase verändert: Die Schule ist beendet und ein selbstständiges Leben in Ausbildung oder Beruf hat begonnen. Die Möglichkeiten sich im Verband einzubringen, ändern sich damit ebenfalls und während einige sich aus dem aktiven Engagement zurückziehen, sehen andere noch einige Zeit die Möglichkeit, sich lokal oder überregional einzubringen. An dieser Stelle teilt sich das Feld der Erwachsenen ein erstes Mal auf.

Mit Freundinnen*Freunden älter werden

Für diejenigen, die weitermachen, stellt sich die Frage nach dem wie und ob bei jedem neuerlichen Amts- oder Aufgabenwechsel – für nicht wenige auch im Kontext ihres Alters. Letztlich aber müssen alle von uns bei jedem Schritt aufs Neue entscheiden, in welcher Ausprägung wir ein Engagement für angemessen halten. Das hat neben der Funktion und den Aufgaben sicherlich auch viel mit dem eigenen Rollenverständnis zu tun und der Frage, auf welche Weise man sich einbringt. Zudem hat ein Leben im Verband aber auch etwas mit Freundschaften und – ganz individuell – Freundeskreisen zu tun.

Unser Vorschlag: „Die Raupe“

Im Bund war bisher eine Fachgruppe für alle Erwachsenen im VCP zuständig. Eine anspruchsvolle Aufgabe für eine Altersspanne von 21–99(+)! In der Diskussion begegnet uns häufig das Lebensphasenmodell, nach dem Räume für Menschen in konkreten Lebenssituationen geschaffen werden sollten. Mit PfAU für die Studierenden (bis 27) und der 50+ Gruppe sind in diesem Sinne erste Strukturen geschaffen. Wir sollten aber die Freundeskreise nicht aus dem Blick verlieren und so bietet sich letztlich vielleicht ein Erwachsenenmodell an, welches die Phasen aufgreift und gleichzeitig eine Dynamik zulässt: Eine 50+ Gruppe müsste demnach sicherlich alle zehn bis 15 Jahre Jahre neu gegründet werden. Es spricht aber nichts dagegen, das Modell schon ab 30 anzusetzen. Raupenhaft schiebt sich die Altersgruppe dann durch die Zeit.

PfAU (Pfadfinden in Ausbildung und an Universitäten)