Gau Neuburgund (GNB) und der Burgunderlauf

Jedes Jahr findet im Gau Neuburgund (GNB) ein Lauf der besonderen Art und Weise statt. Katarina vom Stamm Salier aus Bad Dürkheim war schon mehrmals dabei und berichtet von ihren Erfahrungen.

Hallo Katarina, erzähl doch mal, was genau ist der Burgunderlauf?

Hallo Birthe! Der Burgunderlauf ist ein Lauf über 75 km, dessen Ziel es ist, an einem Tag alle Stämme des Gau Neuburgunds besucht zu haben. Man klappert also zu Fuß einmal alle Pfadiheime von Bad Dürkheim bis Neustadt an der Weinstraße ab. Jedes Jahr wechselt der Ort/Stamm, an dem der Lauf beginnt und endet. Die Route bleibt aber natürlich die Gleiche. Da sich über einen langen Zeitraum zum Beispiel auch mal kleine Siedlungen aufgelöst haben, wurde der Lauf um eine Station angepasst, an dem sich kein Pfadiheim befindet, sodass die 75km beibehalten werden.
Man hat die Möglichkeit bei dem Stamm zu übernachten, bei dem der Lauf startet. Wenn man nicht dort schläft, muss man nachts anreisen.
Beim Laufen schließt man sich in Gruppen zusammen, meistens einfach die Sippen oder aber auch mit Freund*innen, und bekommt eine Karte, auf der die Stationen eingezeichnet sind, die man auch in vorgegebener Reihenfolge ablaufen muss.
Um 4 Uhr in der Früh wird man geweckt und ab dann muss man sich den Weg selbst suchen. Hier haben die Leute einen Vorteil, die schonmal mitgemacht haben, da sie die Wege schonmal gesehen haben.

Wie kam es zu dem Lauf?

Sepp aus dem Stamm Franz von Sickingen (Hambach) war damals im Gaubüro im GNB. Er hatte ein Abzeichen der dänischen interkonfessionellen Pfadfinder.

Dieses Abzeichen hat die Gauführung inspiriert, einen solchen Lauf auch bei uns zu verwirklichen und zu etablieren. So gab es 1997 den ersten Burgunderlauf.

Was bekommt man, wenn man den Lauf geschafft hat?

Jede*r, die/der den Lauf schafft, bekommt dieses Abzeichen, welches auf die Tracht genäht werden kann. Die, die es nicht ganz schaffen bekommen eine Urkunde, auf der steht, wieviele Kilometer man gelaufen ist. Wenn man den Burgunderlauf zum 5. Mal schafft, bekommt man ein goldenes Abzeichen.

Wie viele Leute nehmen an dem Lauf teil?

Das ist jedes Jahr unterschiedlich, aber ungefähr 50 Teilnehmer*innen dürften es sein.
Mitmachen dürfen übrigens alle Pfadfinder*innen über 10 Jahren. Die meisten Teilnehmer*innen sind zwar aus dem Gau Neuburgund, in den letzten Jahren haben aber auch immer wieder Pfadfinder*innen aus dem Saarland teilgenommen. Über Gäst*innen freuen wir, der GNB, uns immer sehr. Außerdem sieht man beim Laufen ja auch unsere wunderschöne Pfalz!

Wie sollte man sich auf so einen Lauf vorbereiten?

Wenn man keine Probleme mit längeren Wanderungen hat oder auch so ab und zu mal joggen geht, sollte es körperlich kein Problem sein. Die größere Hürde ist das Mentale. Man muss mit der Einstellung reingehen es schaffen zu können. Wenn man sich denkt „ja ich probiere es einfach mal und schaue wie weit ich komme“, dann wird das definitiv nichts.

Was isst und trinkt man am besten vor und während des Laufs?

Da die meisten Teilnehmer*innen am Vorabend anreisen, wird auch zusammen zum Abend gegessen. Meistens gibt es dann Käse-Schinken-Nudeln oder Reis mit Scheiß.
Während des Laufs ist es sinnvoll genügend Wasser dabei zu haben.
An jeder Station gibt es etwas zu Essen. An den Pfadiheimen, an denen man morgens, mittags und abends ankommen sollte, gibt es demnach Frühstück, Mittag- und Abendessen. An allen anderen dazwischen gibt es Bananen, Äpfel und andere Snacks wie Müsliriegel. Man ist also gut versorgt.

Wie lauten die besten Tipps gegen Blasen an den Füßen?

1. Keine Wanderschuhe anziehen, da diese einfach viel zu schwer sind.
2. Niemals, wirklich niemals die Schuhe ausziehen. Die Füße werden dicker. Wenn man die Schuhe dann wieder anzieht werden sie reiben.

Wie irrsinnig ist es, bei so einem Lauf mitzumachen?

Beim ersten Mal weiß man ja noch nicht ganz, was einen erwartet. Wenn man es dann aber wieder und wieder macht ist es auf jeden Fall irrsinnig!
Man möchte sich ja auch selbst fordern…
Ich habe mir mal mit meinen Mädels als Ziel gesetzt, dass wir die ersten im Ziel sein wollen. Zusammen mit den Saarländern, die wir auf den letzten Kilometern getroffen haben, sind wir dann Hand in Hand schon mittags über die Ziellinie gelaufen.
Unser Gauältester ist den ganzen Lauf mal gejoggt und ein anderer ist ihn komplett barfüßig gelaufen. Außerdem gibt es auch ein Mädchen, das ich kenne, die unglaublich jung war, als sie ihn zum ersten Mal geschafft hat.

Meine Zehnägel haben sich auch einmal nach dem Lauf abgelöst und mussten dann gezogen werden. Ein Freund, der nach dem Lauf auch Probleme mit seinem Fuß hatte und ich mussten dann 2 Wochen lang im Frühjahr, wo es noch viel zu kalt war mit Birkenstocks in die Schule gehen. Damals waren die noch nicht so cool wie heute und wir waren mitten in der Pubertät. Das war uns ganz schön unangenehm auf dem Schulhof. Wenn wir gefragt wurden, was wir denn gemacht hätten, haben unsere Mitschüler*innen auch nur noch gesagt: IRRSINNIG!

Irrsinnig geht also auf jeden Fall!

Funktioniert der Lauf auch in Corona-Zeiten?

2020 hat er leider nicht stattfinden können. Da war die Situation so frisch und Alternativen noch nicht ganz denkbar. Jetzt wird daran gearbeitet eine coronakonforme Lösung zu finden.

Wird der Lauf 2021 stattfinden?

Ja! Am Wochenende nach Ostern soll es so weit sein! Wir freuen uns riesig und hoffe, dass es machbar bleibt.

Vielen Dank für das Interview, Katarina!