Wie Lila Latz-Hosen zur Gleichberechtigung beitrugen

von Lena Simosek

Lila gilt als die Mischung aus dem weiblichen Rosa und dem männlichen (Hell-)Blau und damit als Symbol für die Gleichstellung der Geschlechter. Seit dem 20. Jahrhundert hat sich die Farbe deswegen auch in der Frauenbewegung durchgesetzt – damals trugen zum Beispiel die englischen Suffragetten lila Schärpen und forderten das Wahlrecht für Frauen. Auch die Plakate der ersten internationalen Frauentage wurden in Lila gestaltet.

In den 1970er-Jahren galt schließlich die lila Latzhose als das Erkennungszeichen der Frauenbewegung. Die Farbe der Gleichstellung wurde hier zusätzlich mit einem typisch männlichen Kleidungsstück verbunden. Und das sorgte für Aufregung.

Die Trägerinnen* waren zu dieser Zeit mit vielen Vorurteilen konfrontiert. Es war die zweite Welle des Feminismus. Sie wollten Zeichen setzen gegen das Bild der Frau als Sexualobjekt. Und es ging auch um die Repräsentation des Körpers und die Repräsentation in der Sprache. In den 1980ern führte zum Beispiel die tageszeitung (taz) das Binnen-I ein – auch das galt als überaus radikal.

Die lila Latzhose war Symbol für die Drohung, der patriarchalen Gesellschaft den sexualisierten Frauenkörper zu entziehen. Damit verschärfte dieses Symbol auch die Überzeugung, dass sexuelle Attraktivität und Feminismus sich ausschließen würden. Die Feministinnen von damals hörten Sprüche wie „Lila schützt vor Schwangerschaft“. Seitdem hat sich einiges in Sachen Gleichberechtigung getan. Das Engagement feministischer Aktivist*innen der letzten Jahrzehnte zeigte Wirkung.

Auch wenn die Latzhose heute eher stylishes Fashion-Piece als politisches Statement ist, begleitet doch das Lila weiterhin feministische Kämpfe und wir haben auch noch einiges zu tun.

fabienne, 12 Jahre vom Stamm Florian Geyer in Hameln hat diese Powerfrau gemalt, die du im Original auf dem Titel bewundern kannst.

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