Ostern – die großen Fragen: Eine persönliche Betrachtung

von Peter „flip“ Keil

Zu Ostern gehe ich eigentlich immer in die Kirche. Ich kann gar nicht sagen, warum das so ist … Normalerweise würde mensch ja an Weihnachten denken, wenn es um den alljährlichen Kirchgang geht, aber wenn ich darüber nachsinne, welche Gottesdienste mir in Erinnerung geblieben sind, dann ist es nicht das bunte Krippenspiel, der riesige Weihnachtsbaum im Kirchenschiff, sondern dann ist das die Osternacht, dunkel und still.

Wer sich ein bisschen in Ostern einliest, kann hier natürlich eine Antwort finden. Ostern, höchstes Fest der Christenheit. Fastenzeit, Karfreitag, Auferstehung, Ostereier.

Wo Weihnachten mehr die Geburtstagsfeier ist, inzwischen ja durchaus wörtlich zu verstehen mit Geschenken und Zusammenkommen, stellt sich Ostern den großen Fragen: Nach Leben und Tod, wo kommen wir her und wo gehen wir hin.

In manchen Osternächten wird dann der große Bogen geschlagen. Von der Erschaffung der Welt in Genesis über die Sintflut und die Propheten bis zu den Jesusgeschichten in den Evangelien. Und dann Jesus Tod am Kreuz und die Auferstehung.

Hinter dem Mantel der Geschichte stellt Ostern mir damit die Frage nach dem Sinn. Warum bin ich hier und was mache ich mit dem geschenkten Leben?

Glaube ich der Erzählung, dann bin ich als von Gott erschaffener Mensch mit freiem Willen in die Welt gesetzt. Und durch Jesus’ Tod am Kreuz mit der Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod bestärkt im hier und jetzt.

Das ist natürlich erst einmal ganz schön viel harter Tobak. Und was genau ich denn jetzt mit diesem Leben anfangen soll, gibt mir die Ostergeschichte auch nicht wirklich mit. Und eigentlich sind das Themen, über die ich in meinem Alltag eher nicht nachdenken möchte. Das passiert ja auch nicht so nebenbei, dafür ist das Leben oft aufregend und ablenkend genug. Da passen solche Fragen, bei denen ich mich selbst in den Blick nehmen muss, eher nicht rein.

Aber vielleicht ist das ja auch das besondere an Ostern. Ich bin dann vielleicht einmal gezwungen, mich diesen Fragen zu stellen. Einmal im Jahr darüber nachdenken „woher“ und „wohin“. Weil es sonst nicht vorkommt und ich mich allzu leicht entziehe. Und dann bin ich am Ende froh darüber, mir die Zeit genommen zu haben und kann meist gestärkt in den Tag gehen.

„Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.“